{"id":188,"date":"2016-08-03T08:46:00","date_gmt":"2016-08-03T06:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sunlion.de\/wordpress\/2016\/08\/03\/das-ende-der-welt-siebter-und-letzter-teil\/"},"modified":"2016-08-03T08:46:00","modified_gmt":"2016-08-03T06:46:00","slug":"das-ende-der-welt-siebter-und-letzter-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sunlion.de\/blog\/index.php\/2016\/08\/03\/das-ende-der-welt-siebter-und-letzter-teil\/","title":{"rendered":"Das Ende der Welt, siebter und letzter Teil"},"content":{"rendered":"<p>Der \u00dcberfall bringt Werner an den Rand des Todes, erst im letzten Moment wird er gerettet. Unter welchen Umst\u00e4nden und von wem, soll hier nicht verraten werden, sonst ist ja die ganze Spannung weg. Im Gegenteil, im heutigen letzten Teil drehen wir die Spannungskurve noch mal ordentlich nach oben, denn Werner begegnet seinen Peinigern erneut:<\/p>\n<div style=\"padding:20px; border-style:solid; border-width:1px; border-color:#ccc\"> Vor einem der G\u00e4rten, etwas versteckt unter zwei Pappeln, fand Werner schlie\u00dflich die Telefonzelle.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eKannst du mir Geld \u00fcberweisen? An eine Transferbank in Wladiwostok?\u201c Auf die Nachricht des \u00dcberfalls reagierte sein Vater erwartungsgem\u00e4\u00df allergisch. Werner drehte sich genervt um und lehnte sich an die R\u00fcckwand der Zelle, w\u00e4hrend er die Litanei \u00fcber sich ergehen lie\u00df. Sein Blick streifte \u00fcber die H\u00fcgelkette auf der anderen Seite der Bucht, dann \u00fcber das diesseitige Ufer und die Motor\u00adyachten. Sieh an, selbst in dieser abgelegenen Gegend gibt es Leute, die etwas Geld haben. Als Werner sich wieder umdrehen und auf sein Telefonat konzentrieren wollte, nahm er beim Drehen des Kopfes fast unbewusst und nur aus den Augenwinkeln noch etwas anderes wahr: Dunkelgr\u00fcn. Sein Gehirn ben\u00f6tigte ein paar Sekunden, um den zwischen all dem Unkraut kaum wahrnehmbaren Reiz herauszufiltern und zu bewerten, doch als es ihn vollst\u00e4ndig entschl\u00fcsselt hatte, warf Werner entgeistert den Kopf herum und starrte das Objekt mit gro\u00dfen Augen an. Hinter den Booten, halb versteckt, stand ein dunkelgr\u00fcner UAZ. \u201eWarte mal, ich hab da gerade was entdeckt!\u201c Er lie\u00df den H\u00f6rer baumeln und n\u00e4herte sich, die Umgebung aufmerksam observierend, dem schmiedeeisernen Tor.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Um das Kennzeichen zu erkennen, stand das Auto zu weit entfernt, doch die blaue EU-Kennung war deutlich zu sehen. Sehr unwahrscheinlich, dass es hier ein zweites Fahrzeug desselben Typs mit EU-Nummernschild gab. Die haben sich nicht mal die M\u00fche gemacht, die Schilder zu entfernen, unglaublich!<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eIch ruf wieder an!\u201c Werner h\u00e4ngte den H\u00f6rer auf. Dann schaute er zu den Kleing\u00e4rten hin\u00fcber. Niemand da. Die zwei Pappeln standen direkt hinter dem Zaun, es d\u00e4mmerte bereits. Er sprang \u00fcber den niedrigen Zaun und kletterte, gut versteckt hinter der Telefonzelle, eine der beiden Pappeln hoch, bis er einen bequemen Ast erreichte, um sich darauf niederzulassen. So sa\u00df er wie auf dem Pr\u00e4sentierteller, denn die B\u00e4ume hatten ihre Bl\u00e4tter l\u00e4ngst schon verloren. Doch die Tarnbekleidung erf\u00fcllte ihren Zweck, und es gab hier keine einzige Stra\u00dfenlaterne. Nach einer halben Stunde kam die Dunkelheit und verbarg Werner unter ihren finsteren Schwingen.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Neben dem eisernen Tor stand ein Backsteingeb\u00e4ude, erbaut aus unterschiedlich farbigen Ziegeln, mit nur wenigen Fenstern. Als die D\u00e4mmerung einsetzte, erhellte Licht das Innere des Geb\u00e4udes, doch konnte Werner niemanden darin entdecken. Leichter Frost kletterte langsam den Baum hinauf und verbiss sich in Werners F\u00fc\u00dfen. Welch bl\u00f6de Idee, was soll das hier eigentlich werden? Vermutlich haben sie das Auto an jemanden verkauft und sind l\u00e4ngst \u00fcber alle Berge. Der Gedanke war kaum zu Ende gedacht, da n\u00e4herte sich, den H\u00fcgel hinab, der Scheinwerferkegel eines rasch n\u00e4herkommenden Fahrzeugs. Verdammt, das sind sie! Werner erkannte den alten Lkw sofort wieder. Er hielt vor dem Tor, der drahtige Typ mit dem \u00f6ligen Pferdeschwanz \u00f6ffnete es und fuhr auf das Grundst\u00fcck. Dann lief er auf das Geb\u00e4ude zu und betrat es von der f\u00fcr Werner nicht einsehbaren R\u00fcckseite. Im Inneren gab es ein gro\u00dfes Hallo, Musik wurde angestellt, die nach und nach deutlich lauter wurde.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ein zweites Fahrzeug kam den Weg entlang und fuhr auf das Gel\u00e4nde. Ihm entstiegen sechs Personen, die Werner nicht kannte. Die Party kam jetzt richtig in Stimmung, die Musik pl\u00e4rrte selbst durch die geschlossenen Fenster unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig laut. Werner fror erb\u00e4rmlich auf seinem Ast, nach drei Stunden stieg er herunter, um sich durch etwas Bewegung aufzuw\u00e4rmen. Fast w\u00e4re ihm dadurch das n\u00e4chste Ereignis entgangen, denn die T\u00fcr zur R\u00fcckseite wurde ge\u00f6ffnet und eine Person verlie\u00df das Geb\u00e4ude. Werner nahm es nur indirekt durch den Lichtschein der ge\u00f6ffneten T\u00fcr und die lauter und wieder leiser werdende Musik wahr. Wegen der Dunkelheit war kaum etwas zu erkennen, aber die Glatze des verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleinen Mannes leuchtete deutlich sichtbar durch die Nacht. Es war der Typ, der den Motor wieder zum Laufen gebracht hatte. Anscheinend war er schon vorher im Haus gewesen.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Mann schwankte schwer alkoholisiert in Richtung des Wassers. Vielleicht muss er mal pinkeln, mutma\u00dfte Werner, doch er steuerte auf eine der Motoryachten zu, die im Wasser lagen. An Deck ging die Beleuchtung an, dann wurde auch der Innenraum erhellt. Sieh mal an, dort versteckt ihr euch! Werner rang mit seiner Unentschlossenheit, dann riss er sich zusammen, kletterte zur\u00fcck, lief geduckt den Weg entlang, weg von dem Geb\u00e4ude mit der feiernden Gesellschaft, und stieg hinter der Wellblechhalle, weit au\u00dfer Sichtweite, \u00fcber den Zaun. Ist doch manchmal gar nicht so schlecht, wenn es keine Laternen gibt, freute er sich und lief zum Boot hin\u00fcber, das am Ende eines T-f\u00f6rmigen Holzstegs vert\u00e4ut war. Er zog seine schwarze Strickm\u00fctze noch etwas tiefer, schlug den Kragen hoch, sodass vom Gesicht nur ein schmaler Spalt \u00fcbrig blieb und schlich dann auf Zehenspitzen den Steg entlang, der dank seiner massiven Bauweise gl\u00fccklicherweise nicht das leiseste Knarren von sich gab.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Werner sp\u00e4hte mit sicherem Abstand durch die Fenster nach drinnen, doch er konnte den Mann nirgends entdecken. Sicherheits\u00adhalber noch ein Blick zur\u00fcck zum Haus, dann schwang er sich behutsam \u00fcber die niedrige Reling aufs Deck. Das Auftreffen der Stiefel verursachte ein leises Kratzen auf der wei\u00dfen Kunststoffoberfl\u00e4che, weshalb er kurz innehielt und auf eine Reaktion wartete. Da alles ruhig blieb, betastete er seine Sohlen, entfernte ein paar Steinchen aus dem groben Profil und kroch dann um die Aufbauten herum \u00fcber das Deck. Noch immer kein Lebens\u00adzeichen von dem kleinen Mann, und das Boot war nicht besonders gro\u00df, also wo konnte er nur sein? Als Werner das Heck erreichte, sah er die einen Spalt breit ge\u00f6ffnete T\u00fcr. Vielleicht kommt er gleich wieder heraus? Er verharrte ein paar Minuten unbeweglich und schob sich dann langsam an die verspiegelte Schiebet\u00fcr heran. Die See war ruhig, das Boot lag da wie ein Stein. Sachte zog Werner am Griff und \u00f6ffnete die T\u00fcr Millimeter f\u00fcr Millimeter, in Erwartung verr\u00e4terischer Ger\u00e4usche. Doch nichts r\u00fchrte sich. Nur vom Festland wehte die pl\u00e4rrende Musik her\u00fcber.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Aus dem Inneren schlugen ihm widerw\u00e4rtige Alkohol\u00adaus\u00add\u00fcns\u00adtungen entgegen. Er ging hinunter in die Hocke und tastete sich auf allen Vieren leise vorw\u00e4rts. Zu seiner Linken befand sich eine kleine K\u00fccheneinrichtung, und gleich hinter der T\u00fcr, auf der rechten Seite, eine Art Anrichte mit mehreren Schub\u00adladen und T\u00fcren. Einer Raubkatze gleich, schlich er weiter voran. Links eine Sitzgruppe mit Tisch, auf ihm ein Aschenbecher nebst Feuerzeug. Rechts ein Sofa, daraufliegend eine Jacke, davor die Sitzbank des Ruderg\u00e4ngers. Und ganz weit vorn, unterhalb der Frontscheibe, eine schmale T\u00fcr. Sie f\u00fchrte \u00fcber eine Treppe hinab in den Bugraum. Nur dort konnte er noch sein! Werner n\u00e4herte sich der T\u00fcr und riskierte einen ersten Blick hinunter in die D\u00e4mmerung. Dann erschrak er \u00fcber seinen eigenen Schatten, krabbelte wieder zur Eingangst\u00fcr, fand zwei Schalter und l\u00f6schte die Lichter au\u00dfen und im Innenraum.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zur\u00fcck zum Bug! Er setzte als erstes den Hacken auf die oberste Stufe, klappte den Fu\u00df nach vorn, bis die ganze Sohle die Oberfl\u00e4che ber\u00fchrte und erh\u00f6hte langsam den Druck, bis das ganze Gewicht auf der Stufe lastete. Dann den anderen Fu\u00df. So ging es die ganze Treppe hinab, Schritt f\u00fcr Schritt, nur kein Ger\u00e4usch verursachen!<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ein funzeliges L\u00e4mpchen an der Decke verstreute sein schauriges Licht in dem schmalen, niedrigen Raum. Auf beiden Seiten jeweils ein Doppelstockbett mit zugezogenen Vorh\u00e4ngen. Trotzdem wusste Werner genau, in welcher Koje der Mann lag. Er sp\u00fcrte die W\u00e4rme\u00adabstrahlung des fremden K\u00f6rpers auf seiner linken unteren Gesichtsh\u00e4lfte, best\u00e4tigt durch den Fuseldunst, der hinter dem Vorhang hervorquoll. Werner hob ihn langsam an und sah den Mann in Unterw\u00e4sche mit dem Gesicht zur Wand auf der Pritsche liegen. Er schlief.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Leise drehte sich Werner um und schlich wieder die Stufen hinauf. Die T\u00fcr zum Bugraum lie\u00df er offen, um das Geschehen im Auge zu behalten. Dann sah er sich um. Ob sie meine Sachen hier irgendwo versteckt haben?<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Er lief zur\u00fcck zum Eingang und durchst\u00f6berte leise die Schubladen und Schr\u00e4nke der Anrichte, fand aber nichts von Interesse. Doch halt, ganz hinten in einer der Schubladen, unter einem Haufen Akten, stie\u00df er auf vier Mobiltelefone, darunter auch sein eigenes. Es war ausgeschaltet, vermutlich war der Akku ersch\u00f6pft. Werner realisierte, dass der Anblick des wiedergefundenen Handys in seiner Hand ihn kaum \u00fcberraschte, so als h\u00e4tte er nichts anderes erwartet. Immerhin, das war doch schon mal ein Anfang!<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Als n\u00e4chstes untersuchte er die Jacke auf der Couch. Zuerst nur Papierkram, nichts Wichtiges. Dann ein gro\u00dfes Portemonnaie, wie es Kellner gern benutzen, mit vielen gro\u00dfen Scheinen in unterschiedlichen W\u00e4hrungen, aber auch mehreren hundert Euro. Sind das etwa meine? Ach was soll\u2018s! Er nahm das Geld an sich und suchte weiter.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Schlafraum\u00a0\u2026 Wohnraum\u00a0\u2026 K\u00fcche. Und wenn sie mal m\u00fcssen? Werner suchte und fand eine halbversteckte T\u00fcr neben der K\u00fcche, die in einen winzigen Toilettenbereich mit Wasch\u00adbecken f\u00fchrte. Sieh mal an, am Wandhaken eine Polizeiuniform, fein s\u00e4uberlich \u00fcber den B\u00fcgel geh\u00e4ngt! Was hat die denn hier zu suchen? Ansonsten nur Kosmetikartikel, Zahnb\u00fcrste, Seife und Toilettenpapier.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Er schloss die T\u00fcr wieder und blickte sich ratlos um. Die wirklich wichtigen Dinge habe ich nicht gefunden. Aber was habe ich auch erwartet, dass die mir meinen Reisepass und die Kreditkarte eis\u00adgek\u00fchlt auf dem Silbertablett servieren?<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bei dem Gedanken verengten sich seine Augen zu schmalen Schlitzen. Eisgek\u00fchlt? Er \u00f6ffnete den K\u00fchlschrank. Milch, Butter, Brot, wer legt denn Brot in den K\u00fchlschrank? Wurst. Wodka, nat\u00fcrlich! Und noch ein Tiefk\u00fchlfach. Er \u00f6ffnete die Klappe, eine Blechdose mit Eisw\u00fcrfeln, dahinter eine hellbraune Schachtel. Intuition? Er zog die Schachtel heraus und wurde blass. Sie enthielt einen Stapel mit mehreren Ausweisen, Reisep\u00e4ssen und Kreditkarten verschiedener Personen und Nationalit\u00e4ten. M\u00e4nner, Frauen, Mongolen, Ukrainer, Chinesen, aber vor allem Russen. Und obendrauf Werners Papiere. Es gab schon mehrere solche \u00dcberf\u00e4lle, hatte Maria erz\u00e4hlt. Werner f\u00fchlte kalte Wut in sich aufsteigen. All diese Menschen! Ich sollte diese Dreckskerle mitsamt ihrer Yacht versenken! Wie hatte Jean gleich gesagt? \u2018Ne Weltreise machen und anschlie\u00dfend abkassieren, daf\u00fcr w\u00fcrde manch anderer t\u00f6ten? Das k\u00e4me ja fast hin.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Doch er z\u00fcgelte sich, steckte die Dokumente ein und \u00fcberlegte. Wie kann ich diesen Halunken am besten einen Strick daraus drehen? Vielleicht die Ausweise irgendwo auf dem Gel\u00e4nde verstecken und der Kriminalpolizei in Wladiwostok einen anonymen Hinweis geben? Mal sehen, vielleicht ergab sich noch etwas. Das Handy und meine Unterlagen habe ich also gefunden. Fehlt eigentlich nur noch die Kleidung.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nach dem K\u00fchlschrankfund zog Werner nun auch ungew\u00f6hnliche Verstecke in Betracht und \u00f6ffnete neugierig die Schrankt\u00fcr unter der Sp\u00fcle. Doch der schmierige Griff entglitt seinen Fingern, und die Federmechanik lie\u00df die T\u00fcr mit einem laut peitschenden Knall wieder zuklappen. Adrenalin schoss hei\u00df durch Werners K\u00f6rper und lie\u00df ein paar Schwei\u00dfperlen auf seiner Stirn umhertanzen. Atemlos lauschte er in die Stille des Bugraumes hinunter. Doch nichts regte sich. Nach ein, zwei Minuten wagte er einen neuen Versuch.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ein undefinierbarer Geruch schlug ihm entgegen, irgendwie muffig und leicht \u00e4tzend. Zu dunkel um etwas zu erkennen. Werner griff beherzt hinein und hielt einen Plastikeimer in den H\u00e4nden. Er war zu zwei Dritteln mit Wasser gef\u00fcllt, darin schwammen unz\u00e4hlige Zigaretten- und Zigarrenstummel und verliehen der miefigen Melange ihre muffige Kopfnote. Brandschutz war durchaus eine wichtige Angelegenheit bei Seefahrern! Trotzdem eine eklige Schweinerei.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Werner stellte den Eimer oben in der Sp\u00fcle ab und widmete sich weiter den im Dunkeln verborgenen Sch\u00e4tzen. Er ertastete einen schweren, zylinderartigen Gegenstand und zog ihn heraus. Der Pappeimer verstr\u00f6mte einen scharfen Geruch nach L\u00f6sungsmitteln und war die \u00e4tzende Komponente der befremdlichen Duftmixtur. Werner hob den Deckel ab. Der scharfe Dunst reizte die Augen sofort zu Tr\u00e4nen. Bohnerwachs! Momentan nicht weiter hilfreich, darum verschloss er den Beh\u00e4lter sofort wieder.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Erneut peitschte ein lauter Schlag Werner den Schrecken in die Glieder. Schritte auf dem Deck! Lautes Gr\u00f6len und verschlagenes, hinterh\u00e4ltiges Lachen einer schneidenden Stimme n\u00e4herten sich in gef\u00e4hrlichem Tempo. Der zweite Mann lallte unverst\u00e4ndliches Zeug. Hastig stellte Werner den Pappeimer in den Schrank zur\u00fcck, schloss leise die T\u00fcr und suchte nach einem passenden Versteck. Toilette? Zu riskant, wenn sie gerade jetzt das Bed\u00fcrfnis qu\u00e4lt! Schon waren die Schritte an der T\u00fcr. Werner sah keine andere M\u00f6glichkeit, als sich in den Bugraum zur\u00fcckzuziehen, um schnellstm\u00f6glich von der Bildfl\u00e4che zu verschwinden und Zeit zu gewinnen. Vielleicht blieben sie ja erst mal oben.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In Panik suchte er mit dem Fu\u00df die oberste Stufe, doch die noch immer tr\u00e4nenden Augen und die Dunkelheit lie\u00dfen ihn das Ziel verfehlen. Ohne Halt zu finden, polterte er auf dem Hintern die Treppe hinab, w\u00e4hrend oben die Schiebet\u00fcr zur Seite glitt. Autsch!<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mit starrem Entsetzen und schmerzverzerrtem Gesicht warf Werner einen Blick auf den schlafenden Mann, der sich jedoch nicht regte. Was nun? Wohin? Die T\u00fcr zur Kaj\u00fcte stand noch immer offen und barg die Gefahr baldiger Entdeckung in sich. Es klickte verhalten, Licht fiel durch den schmalen Gang die Treppe hinab. Ein weiteres Mal lie\u00df das peitschende Ger\u00e4usch der K\u00fcchen\u00adschrankt\u00fcr Werner zusammenzucken und erinnerte ihn unerbittlich an den noch immer in der Sp\u00fcle stehenden Wasser\u00adeimer. Verdammt, den habe ich glatt vergessen!<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hektisch schleuderte Werner seine Blicke umher, keine Nische, in der er sich verbergen, keine Schrankt\u00fcren, keine Vorh\u00e4nge, hinter denen er sich verstecken k\u00f6nnte. Die harten Schritte waren jetzt ganz nah, kurz vor der Treppe nach unten. Moment mal\u00a0\u2026 Vorh\u00e4nge? Werner blickte rasch in die Kojen\u00a0\u2013 Bettzeug\u00a0\u2026 Bettzeug\u00a0\u2026 unbezogen! Mit einem m\u00e4chtigen Satz sprang er in das Bett \u00fcber dem Schlafenden und zog den Vorhang zu. Keine Sekunde zu fr\u00fch, denn schon stolperten die beiden Ank\u00f6mmlinge mit schwerer Schlagseite die Stufen herunter. Durch den d\u00fcnnen Stoff konnte Werner die Silhouetten der zwei erkennen. Es waren die beiden ebenfalls am \u00dcberfall beteiligten M\u00e4nner. Werner brachte seine Faust vorsorglich in eine g\u00fcnstige Position. Ein Blick hinter seinen Vorhang und er h\u00e4tte demjenigen die Nase zertr\u00fcmmert.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der drahtige Typ mit dem Pferdeschwanz schob den Vorhang zur Seite \u2026 <\/div>\n<p> Wer wissen will, wie es weitergeht, der sollte <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/dp\/153281268X\/ref=cm_sw_em_r_mt_dp_mp2CxbEXQSCMM\">jetzt zugreifen<\/a>, denn Werner begegnet auf seiner weiteren Reise noch vielen interessanten Menschen:<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In Japan trifft er einen Meister der Kampfk\u00fcnste, der ihm h\u00f6chst interessante und erstaunliche Parallelen zwischen menschlicher Spezies und der Tierwelt erl\u00e4utert, und wodurch sich der Mensch \u00fcberhaupt von anderen Lebewesen unterscheidet, n\u00e4mlich durch die F\u00e4higkeit, freie Entscheidungen treffen zu k\u00f6nnen, auch wenn sie im Widerspruch zur evolution\u00e4r vorgesehenen genetischen Programmierung stehen.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und in den USA gelingt Werner das unglaubliche Kunstst\u00fcck, einen garstigen Cop ausgerechnet mit Bertold Brecht auszuknocken.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Auf keinen Fall aber solltet Ihr den vorletzten Abschnitt \u201eNiemandsland\u201c verpassen! Dort trifft Werner n\u00e4mlich einen seltsamen Mann, der ihm ein Geheimnis \u00fcber den Ursprung der Menschheit verr\u00e4t, ein Geheimnis, dass sonst niemand weiter kennt \u2013 kein Biologe, kein Arch\u00e4ologe, kein Wissenschaftler dieser Welt. Das gibt es nur in meinem Buch, und es erkl\u00e4rt einfach alles, warum wir Menschen so sind, wie wir sind, und warum manchmal einfach alles schiefl\u00e4uft.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Na denn \u2013 viel Spa\u00df beim Lesen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00dcberfall bringt Werner an den Rand des Todes, erst im letzten Moment wird er gerettet. 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