{"id":190,"date":"2016-08-01T06:58:00","date_gmt":"2016-08-01T04:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sunlion.de\/wordpress\/2016\/08\/01\/das-ende-der-welt-teil-5\/"},"modified":"2016-08-01T06:58:00","modified_gmt":"2016-08-01T04:58:00","slug":"das-ende-der-welt-teil-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sunlion.de\/blog\/index.php\/2016\/08\/01\/das-ende-der-welt-teil-5\/","title":{"rendered":"Das Ende der Welt, Teil 5"},"content":{"rendered":"<p>Guten Morgen, liebe Leser! Heute geht es gleich nahtlos weiter \u2013 Werner hat versucht, ohne Visum die Grenze nach Kasachstan zu \u00fcberqueren, was ihm eine Festnahme bescherte. Beim Verh\u00f6r erlebt er deshalb so einige \u00dcberraschungen:<\/p>\n<div style=\"padding:20px; border-style:solid; border-width:1px; border-color:#ccc\"> Der Verh\u00f6rraum war klein, wei\u00df und fensterlos. \u00dcber der holz\u00adimitierenden Kunststofftischplatte mit daruntergeschraubten, gummi\u00fcberzogenen Stahlbeinen summte leise eine Leuchtstoffr\u00f6hre. Nach nur wenigen Minuten betrat ein Mann in Uniform den Raum und setzte sich zu Werner an den Tisch. \u201eGuten Tag. Major Wolkow von den russischen Grenztruppen.\u201c Er las sich das Kurzprotokoll des kontrollierenden Grenzbeamten durch, schaute sich Werners Papiere an, dann fragte er: \u201eSie sind Deutscher? Woher stammen Sie? Aber Sie leben in Frankreich? Und was ist der Grund Ihres Aufenthalts?\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Offizier sprach wie viele Milit\u00e4rs knapp und pr\u00e4zise. Werner hatte dennoch M\u00fche, den Fragen zu folgen, denn er r\u00e4tselte noch immer an einem einzelnen Detail der Begr\u00fc\u00dfung des Mannes herum. Russische Grenztruppen? Und als er schlie\u00dflich darauf einging, klang seine Frage unh\u00f6flicher, als er eigentlich beabsichtigt hatte: \u201eUnd was bitte ist der Grund <i>Ihres<\/i> Aufenthalts?\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Major Wolkow war ein seri\u00f6ser Mann und seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren als Grenzbeamter t\u00e4tig. Die lange Erfahrung im Umgang mit schwierigen \u201ePatienten\u201c, wie er problematische F\u00e4lle gern bezeichnete, stellte sicher, dass ihn so schnell nichts aus der Ruhe brachte: \u201eSie haben einen Grenz\u00fcbertritt ohne Einreisevisum versucht, und mich interessiert nun, warum. Also?\u201c\u00a0\u2013 \u201eIch habe in den Reise\u00adhinweisen des Ausw\u00e4rtigen Amtes nachgesehen, dort steht, man ben\u00f6tigt inner\u00adhalb der ersten f\u00fcnfzehn Tage kein Visum f\u00fcr Kasachstan.\u201c Der Offizier musterte Werner einen Augenblick lang, dann klopfte es an der T\u00fcr. Ein Mitarbeiter brachte Werners Sachen, fl\u00fcsterte dem Major etwas zu, was dessen Augenbrauen vor Erstaunen zu H\u00f6henfl\u00fcgen veranlasste und verlie\u00df gem\u00e4chlich den Raum.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eSie k\u00f6nnen sich wieder anziehen!\u201c Der Mann reichte Werner seine Kleidung und bl\u00e4tterte derweil im beschlagnahmten Reise\u00adatlas. Er schlug eine Seite auf, drehte sie zu Werner hin und deutete mit dem Finger auf eine Stelle. \u201eHier ist Mariupol. Von dort sind Sie gekommen. Und nun folgen Sie mal der Strecke.\u201c Sein Finger glitt an der Route entlang. \u201eHier ist der Grenz\u00fcbergang. Und welches Land folgt anschlie\u00dfend?\u201c Werner schaute ungl\u00e4ubig auf die von oben nach unten verlaufenden Buchstaben und wurde blass. Russland! Er hatte \u00fcbersehen, dass die Russische F\u00f6deration bei Wolgograd noch einen geh\u00f6rigen Schlenker runter bis nach Georgien machte. Die d\u00fcnnen Linien der Grenzverl\u00e4ufe waren ihm auf dem kleinen Display seines Handys gar nicht aufgefallen. \u201eUnd nun noch einmal\u00a0\u2013 was ist der Grund Ihres Aufenthalts?\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Als Werners Geschichte endete, trug der Major einen \u00e4u\u00dferst argw\u00f6hnischen Gesichtsausdruck zur Schau. Werners Unschuldsmiene erstarb, als der Major ein B\u00fcndel mit Geldscheinen auf den Tisch warf. \u201eDas haben meine Mitarbeiter unter Ihren Einlegesohlen gefunden.\u201c Er holte tief Luft, erhob sich, legte die Arme auf den R\u00fccken und begann, im Raum umherzulaufen. \u201eUnd unser Drogensp\u00fcrhund hat im Inneren Ihres Fahrzeugs angeschlagen. Es wurde zwar nichts gefunden, aber es bedeutet trotzdem, dass sich in dem Auto mal Drogen befunden haben m\u00fcssen. Vielleicht stammt das viele Geld ja daher? Wissen Sie, wir sind momentan sehr skeptisch gegen\u00fcber Besuchern aus dem Westen. Sie haben einen deutschen Pass, fahren ein nicht auf Sie zugelassenes russisches Fahrzeug mit franz\u00f6sischen Nummernschildern. Haben mehrere tausend Euro in den Stiefeln versteckt. Drogenspuren im Fahrzeug. Und Sie haben versucht, ohne Visum die Grenze zu \u00fcbertreten. Wie bitte soll ich das alles nun interpretieren? Handeln Sie mit Drogen? Sind Sie vielleicht ein Agent? Verstehen Sie was ich meine? Unterst\u00fctzen Sie regierungs\u00adfeindliche Organisationen?\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das brachte Werner gef\u00e4hrlich in Wallung. \u201eSie meinen oppositionelle Bewegungen?\u201c fragte er h\u00f6hnisch zur\u00fcck. \u201eUnd wenn es so w\u00e4re? Sie schicken doch auch Ihre Panzer in die Ukraine, als Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Separatisten!\u201c Er erschrak \u00fcber sich selbst. War das nicht etwas leichtsinnig? Sei lieber auf der Hut, das kann f\u00fcr dich gef\u00e4hrlich werden!<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Major nahm wieder Platz. Die T\u00fcr \u00f6ffnete sich und ein Mann in Zivil betrat den Raum, einen Stuhl in der Hand. Er setzte sich wortlos, seitlich von Werner, mit an den Tisch, st\u00fctzte die Ellen\u00adbogen auf und legte sein Kinn auf die F\u00e4uste. Dabei schaute er zwischen den beiden Kontrahenten hindurch an die gegen\u00fcberliegende Wand.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Major lehnte sich v\u00f6llig unbefangen zur\u00fcck und fragte: \u201eWoher haben Sie diese Information?\u201c\u00a0\u2013 \u201eNa, das steht doch \u00fcberall in den Zeitungen. Im Fernsehen kommt es auch.\u201c \u2013\u201eHaben Sie\u2018s \u00fcberpr\u00fcft? Woher wissen Sie, dass es die Panzer tats\u00e4chlich gibt?\u201c Werner war verwirrt. Warum sollte er Nachrichten \u00fcberpr\u00fcfen? Wie soll das gehen?<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Als ob der Major es aus Werners Gesicht herauslesen konnte, lieferte er gleich nach, und sein zackig-milit\u00e4rischer Sprachstil wandelte sich in die Worte eines Menschen, dessen Gedanken angesichts der bedrohlichen Zukunft von tiefer Sorge erf\u00fcllt sind: \u201eSicher, pers\u00f6nlich hier vorbeizuschauen, ist eine M\u00f6glichkeit. Etwas einfacher aber w\u00e4re es, auch die Meldungen der Gegenseite zu lesen. Oder im Internet nach weiteren Alternativen zu suchen, die sich auf Nachrichten spezialisiert haben. Wenn je eine Zeit existierte, in der es Informationen im \u00dcberfluss gab, dann ist das heute. So k\u00f6nnen Sie eine Situation von verschiedenen Seiten betrachten, um sie abschlie\u00dfend zu bewerten. Ich selbst lese jeden Tag mehr als drei\u00dfig Online\u00adzeitungen, linke und rechte, russische und amerikanische. Auch ukrainische nat\u00fcrlich. Wussten Sie, dass in der Ukraine in den letzten Jahren nur Gro\u00dfunternehmer an der Macht waren? Die Politik wurde durch mafi\u00f6se Clans, korrupte Akteure aus dem Energie- und dem Banken\u00adsektor gestaltet, zu deren Gunsten nat\u00fcrlich. Sie kontrollieren die Massenmedien und herrschen \u00fcber gigantische Wirtschafts\u00adimperien. Dar\u00fcber haben Sie in Ihren Zeitungen vermutlich nichts gelesen, oder?\u201c<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Werner f\u00fchlte sich wie ein kleiner Junge, der vom Schul\u00addirektor eine Standpauke erh\u00e4lt. Wie hatte die Z\u00fcrcher Kellnerin gesagt? Forschen Sie mal im Internet nach, f\u00fcr wen die Konstrukteure dieses privaten Rentensystems fr\u00fcher gearbeitet haben.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Major ergriff wieder das Wort: \u201eHaben Sie gewusst, dass die USA f\u00fcnf Milliarden Dollar f\u00fcr einen politischen Wechsel in der Ukraine investiert haben?\u201c\u00a0\u2013 \u201eWer behauptet das?\u201c fragte Werner trotzig. \u201eNun, die zust\u00e4ndige Mitarbeiterin des US-Au\u00dfen\u00administeriums.\u201c\u00a0\u2013 \u201eDas haben die selbst gesagt?\u201c\u00a0\u2013 \u201eDas \u00fcberrascht Sie? Stand wohl auch nicht in Ihren Zeitungen?\u201c Der sich ansonsten korrekt und n\u00fcchtern verhaltende Offizier konnte sich nun einen Anflug von H\u00e4me nicht verkneifen. \u201eUnd der amerikanische Pr\u00e4sident selbst hat in einem Fernsehinterview best\u00e4tigt, dass die USA aktiv am Putsch in der Ukraine beteiligt waren. K\u00f6nnen Sie sich erinnern, so etwas jemals \u00fcber Russland geh\u00f6rt zu haben?\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Werner konterte sofort: \u201eDie ukrainische Regierung meldete k\u00fcrzlich, dass bei Kampfhandlungen russische Soldaten fest\u00adgenommen wurden, die auf Seiten der Separatisten gek\u00e4mpft haben!\u201c Der Major parierte k\u00fchl: \u201eUnd wenn es so w\u00e4re? In der N\u00e4he von Logwinowo k\u00e4mpften polnische, franz\u00f6sische, britische und amerikanische S\u00f6ldner auf der Seite der ukrainischen Truppen. Sie wurden \u00fcbrigens von den Volksmilizen eingekesselt. Also wo ist da der Unterschied? So ist das nun mal, Krieg ist ein schmutziges Gesch\u00e4ft, leider, m\u00f6chte ich hinzuf\u00fcgen!\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eUnd was ist mit der Krim? Die hat sich Russland ja wohl eindeutig unter den Nagel gerissen, oder anders formuliert\u00a0\u2013 annektiert.\u201c Der Major seufzte: \u201eTja, die Krim. Ob man das nun als Annexion oder freie Entscheidung der \u00fcberwiegend russisch\u00adst\u00e4mmigen Einwohner betrachten sollte, dar\u00fcber mag man sich streiten. Doch ich bin sicher, es w\u00e4re allen Beteiligten lieber, wenn das nicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4re. Spielen Sie Schach?\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Werner versuchte krampfhaft herauszufinden, worauf die Frage wohl hinauslief. Der Major redete bereits weiter: \u201eDie Politik des Westen hat die Situation hier gef\u00e4hrlich versch\u00e4rft. Unser Verh\u00e4ltnis zur Ukraine war nie besonders gut, doch der von euch unterst\u00fctzte Putsch hatte die Lage hier erst wirklich explosiv gemacht.\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Werner fasste sich wieder und fragte: \u201eWer ist euch? Ich habe damit nichts zu tun. Ich interessiere mich auch nicht sonderlich f\u00fcr Politik.\u201c Die offenherzige Kellnerin aus Z\u00fcrich kam ihm erneut in den Sinn\u00a0\u2013 Parteien, die den ganzen Mist eingebrockt haben, werden trotzdem immer wieder gew\u00e4hlt.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eVielleicht w\u00e4re es aber besser, wenn Sie sich mal f\u00fcr Politik interessieren\u201c, unterbrach der Major Werners Erinnerungen. \u201eAlso, was ist nun, spielen Sie Schach?\u201c\u00a0\u2013 \u201eIch wei\u00df, wie die Figuren bewegt werden, aber Strategie ist nicht so meine St\u00e4rke.\u201c Der Major sch\u00fcttelte verst\u00e4ndnislos den Kopf: \u201eAm besten w\u00e4re es, keine der Seiten ber\u00fchrt die Figuren. Dann kann zwar keiner gewinnen, aber auch keiner verlieren. Doch wenn eine Seite einen Zug macht, muss die andere reagieren. Sie k\u00f6nnen offensiv oder defensiv spielen. Aber am Ende m\u00fcssen Sie ziehen, die Figuren des Gegners schlagen, sonst verlieren Sie das Spiel. In den letzten f\u00fcnfundzwanzig Jahren, nach dem Ende des kalten Krieges, hat sich die NATO entgegen den Vereinbarungen vom Fr\u00fchjahr 1990 immer weiter nach Osten ausgedehnt. Heute wird dar\u00fcber nachgedacht, die Ukraine mit aufzunehmen, in unseren Nachbarl\u00e4ndern finden NATO-Man\u00f6ver bedrohlich dicht an der Grenze zu Russland statt. Das ist f\u00fcr uns ein h\u00f6chst beunruhigender Zustand! Und in Polen sollen Abwehrraketen stationiert werden.\u201c\u00a0\u2013 \u201eDie sind doch nicht gegen Russland, sondern gegen den Iran gerichtet\u201c, warf Werner ein. \u201eHaben Sie\u2018s \u00fcberpr\u00fcft?\u201c fragte der Major zur\u00fcck. Er bl\u00e4tterte erneut im Reiseatlas, drehte ihn zu Werner hin und tippte auf eine \u00dcbersichtskarte. \u201eHier ist der Iran. Wenn dessen Raketen angeblich Europa bedrohen\u201c, dabei grenzte er mit beiden H\u00e4nden den Kontinent von Lissabon bis Moskau ein, \u201ewas meinen Sie w\u00e4re dann wohl der g\u00fcnstigste Ort, um Abwehrraketen aufzustellen, die ganz Europa sch\u00fctzen k\u00f6nnten?\u201c Werner betrachtete die Lage interessiert, dann gab er kleinlaut zu: \u201eTats\u00e4chlich, Sie haben recht! Die T\u00fcrkei w\u00e4re ein viel besserer Standort, wenn man die Raketen m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig abfangen m\u00f6chte. Und Polen w\u00e4re\u201c, er schaute die umliegenden L\u00e4nder und die weite Entfernung zum Iran an, \u201enun ja\u00a0\u2026 eher gar nicht geeignet.\u201c\u00a0\u2013 \u201eRichtig! Und zudem ist auch die T\u00fcrkei NATO-Mitglied, es sollte eigentlich keine Schwierigkeiten geben. Was haben Sie daraus nun gelernt?\u201c Der Major lieferte die Antwort gleich nach: \u201e\u00dcberpr\u00fcfen Sie\u2018s! Hinterfragen Sie alles! Glauben Sie nicht mir, glauben Sie auch nicht den Medien, weder Ihren noch unseren. Machen Sie sich immer Ihr eigenes Bild!<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und nun noch mal zur Krim. Sie ist strategisch sehr wichtig f\u00fcr uns. Eine vorgelagerte Halbinsel, die von au\u00dfen schwer anzu\u00adgreifen, daf\u00fcr aber gut zu verteidigen ist. Und ein praktisch unsinkbarer Flugzeugtr\u00e4ger. Dort liegt unsere Schwarzmeerflotte, sie garantiert uns einen schnellen Zugang zum Mittelmeer \u00fcber Istanbul. Wir k\u00f6nnten sie auch nach Noworossijsk verlegen, aber das liegt bereits 500 Kilometer weiter \u00f6stlich. Zur Abwehr eines NATO-Angriffes auf Russland ist die Lage der Krim geeigneter. Unsere Truppen k\u00f6nnten von dort aus feindliche Armeen besser von mehreren Seiten in die Zange nehmen. Ihr Deutschen habt doch selbst den Kessel von Stalingrad erlebt. F\u00fcr so etwas ist eine Halbinsel wie die Krim ideal.\u201c Dabei tippte er auf die Karte und klappte dann den Atlas wieder zu.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eWir h\u00e4tten am vorherrschenden Status Quo niemals ger\u00fcttelt, aber die westliche Intervention in der Ukraine hat uns leider keine Wahl gelassen. Das meinte ich mit dem Schachspiel. Der Westen hat einen Zug gemacht, den wir nicht unbeantwortet lassen konnten, sonst h\u00e4tte uns das in eine noch schwierigere Lage gebracht. Jetzt ist der Westen nicht zufrieden mit dem Ergebnis und jammert herum, wie ein Schulhofschl\u00e4ger, der \u00fcberraschender\u00adweise selbst eins auf die M\u00fctze gekriegt hat und nun damit nicht fertig wird. Ihr mit euren ganzen Stiftungen und Nichtregierungs\u00adorganisationen! Mischt euch in die Geschicke anderer Staaten ein wie Amateure, die Monopoly spielen! Dabei g\u00e4be es in euren eigenen L\u00e4ndern genug zu tun! Arbeitslosigkeit, Kriminalit\u00e4t, Gewalt. 35 Millionen Amerikaner sind vom Hunger bedroht und w\u00fcrden ohne Suppenk\u00fcchen nicht \u00fcberleben! Haben Sie das gewusst? Das ist doch totaler Irrsinn! Die amerikanische Regierung bringt nicht nur Menschen in anderen L\u00e4ndern um sondern auch ihre eigenen.\u201c In seiner Stimme lag jetzt schneidende Verachtung und ma\u00dflose Entt\u00e4uschung.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u201eUnd jetzt stellen Sie sich das Ganze zum besseren Verst\u00e4ndnis mal umgekehrt vor: Der Sozialismus h\u00e4tte vor f\u00fcnfundzwanzig Jahren gesiegt und die Staaten des Warschauer Vertrags h\u00e4tten sich nach Westen bis Mittelamerika ausgedehnt, Kuba und Mexiko integriert. H\u00e4tten in Kanada einen Putsch unterst\u00fctzt und w\u00fcrden nun an der kanadisch-amerikanischen Grenze Abwehrraketen gegen iranische Angriffe installieren.\u201c Bei dem Gedanken musste nun auch Werner verlegen l\u00e4cheln. Der Major vervollst\u00e4ndigte das verst\u00f6rende Szenario mit der Frage: \u201eWas glauben Sie, wie w\u00fcrden die USA wohl reagieren?\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Doch in Werner erwachte schon wieder der Rebell. Ihm brannte noch eine Frage auf der Zunge, er rang mit sich, ob er es riskieren sollte, sie zu stellen. Der Major schien ihm das anzusehen und fragte: \u201eWas wollen Sie?\u201c Werner nahm seinen Mut zusammen, ein letzter Aufstand: \u201eUnd was war mit Tschetschenien?\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Offizier zuckte nur k\u00fchl mit den Schultern: \u201eDa haben Sie so ein teures, hochmodernes Mobiltelefon mit superschneller Internet\u00adanbindung an das gesamte Wissen der Menschheit in der Jacken\u00adtasche und trotzdem fragen Sie mich? Warum soll ich Ihnen jetzt die Welt erkl\u00e4ren? Finden Sie\u2018s gef\u00e4lligst selbst raus!\u201c <\/div>\n<p>Fortsetzung folgt \u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/dp\/153281268X\/ref=cm_sw_em_r_mt_dp_mp2CxbEXQSCMM\">Erdenend \u2013 Das Ende der Welt &#8212;> <b>jetzt kaufen!<\/b><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guten Morgen, liebe Leser! 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