Gelegentlich gibt es doch noch Ereignisse, die mich positiv überraschen und staunen lassen. Vor knapp zwei Wochen schickte ich ein Schweizer Taschenmesser der Marke Victorinox an den Service der deutschen Niederlassung, nachdem ich gute zwanzig Minuten lang mit einer sehr freundlichen und kompetenten Dame in der Schweiz telefoniert hatte. Eigentlich ging es um das defekte Schloss eines Koffers der Marke Wenger, ebenfalls aus der Schweiz, ein recht exklusives Modell, weshalb ich mich ärgerte, weil das Schloss nach nur fünfmaliger Benutzung schon den Geist aufgegeben hatte.
Nun wurde die Marke kürzlich von Victorinox übernommen, und damit auch der Service. Und weil ich die nette Dame schon mal am Apparat hatte, plauderte ich auch gleich mit ihr über die gebrochene Scherenfeder an meinem Schweizer Messer. Kein Problem, meinte sie, schicken sie es einfach zum Service, dann schauen wir mal.
Zwei Tage später erreichte mich ein neues Kofferschloss, zum Selbereinbauen, besser und stabiler konstruiert als das Original. Ohne Rechnung, auf Kulanz. Heute kam das Messer zurück, zusammen mit einem zweiten kleineren, das ich stets am Schlüsselbund mit mir führe und bei der Gelegenheit gleich mitgeschickt hatte.
Der Service wechselte die zerkratzen Griffschalen aus, tauschte die gebrochene Feder, ersetzte die Batterie der LED-Lampe, tauschte die veraltete LED gleich noch gegen eine neue, deutlich hellere, wechselte die alte Metallfeile gegen eine neue, den Minischraubenzieher gegen einen mit präziserem Schliff und den leeren Kugelschreiber gegen einen vollen.
Und wie viel berechnet mir Victorinox, diese Edelmarke, die Creme de la Creme des Taschenmessers, die Urmutter aller Schweizer Unternehmen für den tollen Service, das Upgrade zweier alter Messer zurück in den Neuzustand? Gerade mal schlappe 13,69 Euro, bestehend aus Servicepauschale zuzüglich Portokosten.
Also echt, liebe Schweizer, ein ganz dickes Dankeschön dafür! Manchmal seid Ihr einfach viel zu bescheiden.

