Das Wichtigste gleich zum Anfang: Ich mag sie nicht. Alle beide. Nicht den türkischen Präsidenten Erdogan – irgendwie erinnert der mich an Stalin. Also schon rein optisch. Und auch nicht Jan Böhmermann. Er ist ein Nichts. Eine Null. Eine Witzfigur. Ein pubertierendes, dürres Jüngelchen. Ein giftiger Gartenzwerg, der sich das Maulaufreißen nur darum erlauben kann, weil er von Sicherheitsschleusen und Wachleuten sicher geschützt im kuschelwarmen Fernsehstudio sitzt. Müßte er sein lockeren Sprüche vis-à-vis den Opfern seines Spottes wiederholen, würde er vermutlich keine Silbe herausbekommen, denn er sieht mir eher nicht danach aus, als würde er die unvermeidlichen Erwiderungen zehn Runden lang durchstehen.
Ich finde auch seinen Humor nicht komisch. Aber das muß ich ja nicht, die Geschmäcker sind halt verschieden. Doch was er da in seinem … nennen wir es ersatzweise ruhig mal „Gedicht“, solange bis uns etwas Besseres dafür einfällt. Was er da neulich abgesondert hat, dürfte mit Satire eigentlich nichts mehr zu tun haben. Diejenigen, die sich jetzt hinstellen und laut „Satire darf alles“ in die Welt rufen, sollten sich mal genau überlegen, ob sie diese Meinung immer noch vertreten würden, wenn ein guter Freund, der Lebenspartner, die Eltern, die Kinder oder gar sie selbst die Zielscheibe dieser Beleidigungen geworden wären. Und zwar öffentlich im Fernsehen und vor tausenden Zuschauern. Man mag über Erdogan denken, was man will, doch derartige Angriffe hat niemand verdient, auch er nicht. Neben den Gesetzen, welche die Pressefreiheit, die Freiheit der Kunst und auch der Satire behandeln, gibt es auch noch Gesetze, mit denen ehrverletzende Beschimpfungen und Beleidigungen geregelt werden. Und das ist auch gut so, denn man stelle sich vor, jeder könnte jeden beschimpfen und ungestraft damit durchkommen, indem er hinterher behauptet, das sei doch bloß Satire gewesen. Unsere Gesellschaft würde wohl erheblich darunter leiden, denn niemand hätte mehr die Möglichkeit, juristisch gegen solche Angriffe vorzugehen. Mobbing in der Schule, auf der Arbeit und im Alltag, das alles wäre dann nicht mehr juristisch zu ahnden.
Aber das alles wollte ich nur mal beiläufig erwähnen, was mich derzeit wirklich brennend interessiert, ist Folgendes: Jetzt, nachdem Jan Böhmermann bekanntgegeben hat, vorerst zu pausieren, wovon lebt er da eigentlich? Bekommt er sein vermutlich fürstliches Gehalt, bezahlt aus dem allseits beliebten Rundfunkbeitrag, also auf Kosten des Steuerzahlers, auch weiterhin oder muß er Flaschen sammeln gehen? Gefährlich wäre Letzteres auf jeden Fall nicht, denn er hat ja nun Polizeischutz. Auch auf Kosten des Steuerzahlers.
Halt, noch was, nur für die Anwälte: Das Nichts, die Null, die Witzfigur, das pubertierende, dürre Jüngelchen und der giftige Gartenzwerg sind selbstverständlich Satire!
