Der Wortakrobat hat wieder zugeschlagen! Früh morgens, unter der Dusche, habe ich meistens die besten Einfälle. Vielleicht sorgt das wohlig warme, auf den Kopf plätschernde Wasser für bessere Durchblutung des müden grauen Klumpens innerhalb des Hohlkörpers.
Jedenfalls rauschte mir, ohne irgendeinen äußeren Einfluss oder eine nachvollziehbare Gedankenkette plötzlich das Wort „D’ac·cord-Dekor“ durch den Schädel. Ich überlegte sogleich, was es bedeuten könnte.
D’ac·cord stammt aus dem Französischen und bedeutet Zustimmung, einer Meinung zu sein. Vor etwa zwanzig Jahren arbeitete ich mal in einer Berliner Werbeagentur, zusammen mit zwei eher unangenehm-arroganten Kolleginnen, die sich für … ach sooo trendig und kreativ hielten, und ihre inhaltlosen Reden gern mal mit Fremdwörtern schmücken. Eines davon war, „D’ac·cord, d’ac·cord“, anstatt, „stimmt, Du hast recht“. Oder „genau“, ein Wort, mit dem mir drei Studenten, die sich gerade erst zufällig kennengelernt hatte, auf der zweistündigen Zugfahrt von Hamburg nach Berlin auf die Nerven fielen: „Genau … blabla … genau, genau … blablabla … ja, genau, genau, genau!“
Dekor hingegen steht für eine dekorative Oberfläche, ein Tapetenmuster etwa, oder hübsche Ornamentierungen auf einer Vase.
Beides zusammengemixt ergibt eine subtile Beleidigung für Opportunisten, Zustimmer, Ja-und-Amen-Sager, die immer mit allem einverstanden sind, aber zu sonst nichts taugen, höchstens als dekorativer Büroschmuck.
„Sie sind doch nur mit allem einverstanden, um sich beim Chef einzuschleimen, Sie … Siiieeee … D’ac·cord-Dekor!“
Ich finde, das hat was. Nun muss ich es nur noch in Umlauf bringen. Helft Ihr mir dabei?
