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Majestätisch

Heute Mittag gibt’s nach langer Zeit mal wieder Klopsberger Könige, benannt nach den Königen aus Klopsberg, dem heutigen Klopski Gora an der russischen Ostseeküste. Nach dem zweiten Weltkrieg fiel die ostpreußische Stadt an die Sowjetunion, aber das war okay so, denn, liebe Heimatvertriebenen, wenn man einen barbarischen Krieg vom Zaun bricht, darf man sich nicht beschweren, wenn man hinterher weniger hat als vorher, denn die bekriegten haben ja hinterher auch weniger als vorher. Vor allem Menschen.
     Jedenfalls konnte meine Oma bereits herrliche Klopsberger Könige kochen, vererbte diese Fähigkeit glücklicherweise an meine kochtalentierte Mutter, und ich habe heute einfach eine Dose aufgemacht. Dosenklopse sind auch nicht viel schlechter als die anderen. Nur sind merkwürdigerweise immer Kapern drin, und ich hasse Kapern, die kapern nämlich den ganzen Geschmack, statt einfach nur ein wenig Säure hinzuzufügen, darum heißen sie so.
     Meine Familie hat stets ohne Kapern gekocht. Schon seit Generationen streiten sich die Generationen darüber, ob Kapern reingehören oder nicht, aber ich sammle sie einfach raus und und presse ein paar von den zitronegelben italienischen Obstdingern aus. Das schmeckt viel besser! Mahlzeit!
     Und zur musikalisch-entspannten Mittagsschläfchenbegleitung empfehle ich das Album „Nothingness“ des dänischen Musikers Lauge.