Eine der Wunderwaffen, welche nun endlich den Endsieg bringen sollen, sehnlichst erwartet von der ukrainischen Armee, ist schon wieder abgestürzt. Das F-16-Kampfflugzeug bohrte sich nach nur kurzer Einsatzzeit in die Weite der slawischen Steppe. Schon beginnen die Mutmaßungen, warum das Ding so plötzlich vom Himmel fiel. Es wird geraunt, die eigene Luftabwehr hätte in die falsche Richtung gezielt. Kann schon mal vorkommen, wenn man mehr als fünfzig Jahre lang in der sowjetischen Armee darauf gedrillt wurde, westliche Militärtechnik zu bekämpfen.
Ich persönlich würde noch eine weitere Möglichkeit in Betracht ziehen: Vielleicht hat sich der erfahrene Pilot aus lauter Gram freiwillig vom Dienst im Diesseits verabschiedet, weil er nach seiner Ausbildung auf modernen sowjetischen Kampfflugzeugen der vierten Generation wie Mig-29 und Su-27, die mit unglaublichen Flugeigenschaften weltweit Erstaunen auslösten, nun mit einer uralten amerikanischen Klapperkiste aus den Siebzigern gegen eine russische Übermacht antreten soll.
Die F-16 wurde zwar immer wieder modernisiert, was die Elektronik angeht. An den inzwischen vergleichsweise bescheidenen Flugeigenschaften ändert dies jedoch nichts. Im Dogfight gegen eine Mig-35 hätte sie vermutlich schlechte Karten.
Der Triebwerksschub russischen Jets ist höher als die Gesamtmasse des Flugzeugs. Das ermöglicht ihnen, nicht nur senkrecht nach oben zu starten, sondern sich auch auf dem erzeugten Strahl langsam absacken zu lassen. Jedes westliche Flugzeug würde dabei einen Flameout erleiden, das Triebwerk würde einfach ausgehen. Gerät eine Mig in einen Strömungsabriss, gibt sie Gas und fliegt einfach weiter. Eine F-16 wieder in den Griff zu kriegen, ist fast aussichtslos, sie stürzt ab.
