In Berlin kann Auto fahren, wer will. Man benötigt weder Führerschein noch TÜV. Der Eindruck könnte sich einem zumindest aufdrängen, denn es gibt kaum Polizeikontrollen. Ich bin elf Jahren durch die Stadt gecruised und wurde nicht ein einziges Mal kontrolliert. Da wird sich der eine oder andere wohl fragen, wozu die ganze Mühe mit Fahrschule und Co, wenn es ja doch niemand merkt?
Heute nun hat die Polizei mal kontrolliert und fand bei 812 Fahrzeugen 26 Fahrer ohne Führerschein (3,2 Prozent), 50 Autos mit technischen Mängeln (6,15 Prozent) und jede Menge andere Delikte. Ernstzunehmende Statistiker werden wohl mit Kastanien nach mir werfen, aber rechnet man das mal auf die Gesamtzahl von 1,24 Millionen in Berlin zugelassenen Pkws hoch (Lastkraftwagen und Motorräder sind also nicht dabei), so sind derzeit etwa 39.680 Verrückte ohne Führerschein und 76.260 Leichtsinnige mit mangelhaften Schrottkisten unterwegs. Die Strafen für so was sind anscheinend nicht abschreckend genug, weshalb manche anschließend einfach so weitermachen.
Wie gut, dass ich inzwischen woanders wohne.
