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Die Zeit heilt alle Wunden

So um die Wendezeit hatte ich eine Freundin, und in der Nacht des Mauerfalls waren wir gerade sehr intensiv mit uns selbst beschäftigt, weshalb wir von dem großen historischen Ereignis nichts mitbekamen und ich am nächsten Tag vollkommen überrascht war, zu hören, die Grenze sei nun für jedermann zu überqueren. An diesem Morgen kam ich nämlich zu spät zur Arbeit, weshalb das Thema bei den anderen Kollegen bereits durch war. Ich wunderte mich beim Blick aus dem Fenster einfach nur über den ungewöhnlich schwachen Verkehr am Straußberger Platz, worauf einer der Mitarbeiter sagte, die seien bestimmt alle im Westen. Schon klar … im Westen!
Die Beziehung mit dem Mädel hielt allerdings nicht lange, doch wir waren auch später noch freundschaftlich verbunden, und eines Tages lud sie mich dann zu einer Gartenparty ein, mit anschließender Übernachtung. So lagen wir also in der mittelgroßen Gartenlaube mit etwa 12 Personen, und ich konnte wie üblich nicht einschlafen. Irgendwer stellte dann mitten in der Nacht den CD-Player an, aus dem Sinead O’Connors Debütalbum dudelte, leise zwar, aber dennoch störend. Und nach wenigen Minuten war mir auch klar, was das Ganze sollte: Die Musik sollte wohl die Sexgeräusche übertönen, welche von zwei Pärchen ausgingen, darunter auch meine Exfreundin mit ihrem neuen Freund.
Danach mochte ich Sinead O’Connor irgendwie nicht mehr so gern hören. Aber heute, also 25 Jahre später, gefällt mir die Musik plötzlich wieder. Demnach scheint das Sprichwort wohl zu stimmen – die Zeit heilt alle Wunden.

God grant me the serenity to accept the things I can not change,
courage to change the things I can,
and the wisdom to know the difference

4 Kommentare

  1. Hui-Bu

    Nur Tee… wie langweilig…. ach nee, ist ja eh gelogen, er trinkt ja den schön künstlichen Eiskaffee im Tetrapack… bähhhh…

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