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Zur Ansprache des Bundespräsidenten

„Machen wir unser Herz nicht eng mit der Feststellung, daß wir nicht jeden, der kommt, in unserem Land aufnehmen können. Ich weiß ja, daß dieser Satz sehr, sehr richtig ist. Aber zu einer Wahrheit wird er doch erst, wenn wir zuvor unser Herz gefragt haben, was es uns sagt, wenn wir die Bilder der Verletzten und Verjagten gesehen haben. Tun wir wirklich schon alles, was wir tun könnten?“

Nein lieber Bundespräsident, tun „wir“ nicht! Wie wäre es, wenn der Westen endlich aufhört, überall in der Welt aufgrund wirtschaftlicher Interessen seine schmutzigen Spielchen zu spielen und andere Länder ihren eigenen Weg finden läßt, anstatt sie in Abenteuer zu zwingen, die dann schiefgehen, so wie in Afghanistan und dem Irak. Auch die EU-Subventionspolitik führt dazu, daß beispielsweise Menschen in Afrika in die Armut getrieben werden und dann keinen anderen Ausweg sehen, als in die vermeintlich „reichen“ Länder Europas zu fliehen. Das Problem ist nur, daß es hier auch immer mehr Menschen gibt, denen es immer schlechter geht. Und auch Flüchtlinge müssen ja irgendwo wohnen, nur wo – wenn es weder bezahlbare Wohnungen noch Flüchtlingsheime gibt. Somit hat sich auch die Armut mittlerweile globalisiert, und wenn dann arme Flüchtlinge auf von Armut bedrohte Deutsche treffen, wen wundert es da, daß die Vorbehalte gegenüber Zuwanderern immer mehr zunehmen? Denn wie sonst auch, profitiert von der verfehlten Politik mal wieder nur eine Seite – die großen Unternehmen, während die Bürger den entstandenen Schaden ausbaden müssen. Niemand verläßt freiwillig gern seine Heimat, nur wenn er dort nicht mehr menschenwürdig leben kann, bleibt ihm keine Wahl.
Diesen Zusammenhang in Ihrer Rede zu erwähnen, lieber Bundespräsident, hätte ich noch als nützlich empfunden, aber vermutlich sieht man das anders, wenn man ein fürstliches Gehalt bezieht, ein prächtiges Schloß bewohnt und durch zuverlässige Sicherheitsbeamte geschützt und in Watte gepackt von den Problemen dieses Landes abgeschirmt wird.
Und das Geschwurbel: „Ich weiß ja, daß dieser Satz sehr, sehr richtig ist. Aber zu einer Wahrheit wird er doch erst, wenn wir zuvor unser Herz gefragt haben …“ sollten Sie noch mal analysieren, denn so wie ich das verstehe, ergab die Befragung Ihres Herzens nicht das beabsichtigte, für die Öffentlichkeit vorzeigbare Ergebnis.