In Duisburg kann man derzeit miterleben, welche Probleme häufig durch Zuwanderer entstehen. Dabei sind die Zuwanderer selbst aber nur ein Teil des Problems, viel schwerer wiegt die totale Ahnungslosigkeit der Politik, die keine Strategien zur Hand hat, um das Chaos in geregelte Bahnen zu lenken. „Unser Ziel ist es, die Roma über die Stadt zu verteilen“, na wenn das mal kein genialer Geistesblitz ist – wir verteilen die Probleme schön überall in der Stadt, damit alle etwas davon haben! So blöd muß man erst mal sein.
Und dann wundert sich die Politik, wenn die Bewohner von Stadtteilen, in denen Flüchtlingsheime entstehen sollen, vor lauter Angst Schwarz und Weiß* nicht mehr unterscheiden können und dagegen protestieren.
Sind bestimmt nur alles Nazis!
*Und damit ist nicht die Hautfarbe gemeint!

Vögel im Kuhstall
Warum eigentlich Duisburg? Es gab doch jüngst in der Berliner Nachbarschaft ein so schönes Beispiel? Wo man die einen armen Säcke gleich neben die anderen setzen wollte worauf sich diese anderen erst einmal ungelenk empörten. Der Pimmelkopp im albernen rosa Leibchen, den Arm zum deutschen Gruß gestreckt, zeigte sich denn auch wie bestellt (einfach mal Bürgermob Marzahn googlen) und gute Menschen warfen sich ungefragt dazwischen. Ich vermute, die für die ganze Erregungsfolklore Verantwortlichen lächelten derweil milde in sich hinein.
Es sind bei jeder Migration, egal wo auf der Welt, legal oder illegal, politisch oder wirtschaftlich motiviert, immer ein paar miese Vögel dabei, die sich ganz unabhängig von der Situation in ihrer Heimat, dort nicht mehr blicken lassen können. Das war so, das ist so, das wird immer so bleiben. Nun könnte man kleinlich spekulieren, ob der Anteil der Vögel bei der einen oder anderen Zuwanderergruppe mehr oder weniger groß ist. Geschenkt!
In den 70er bis 90er-Jahren holten die bundesdeutschen Regierungen allerlei Menschen ins Land, denen deutsche Wurzeln unterstellt wurden. Erst überwiegend aus Rumänien, dann aus Polen, zuletzt schwerpunktmäßig aus der Sowjetunion oder deren Nachfolgestaaten. Der ersten Gruppe wurde es zumeist noch ehrlich gegönnt, nicht mehr in den Karpaten-Kolchosen des sozialistischen rumänischen Sonnenstaates buckeln und dabei noch Lobgesänge auf das weltrevolutionäre Gottkaiserpaar Nicolae und Elena anstimmen zu müssen. Bei den Polen war die Stimmung schon nicht mehr so freundlich, doch das gab sich, als die sich als eifrige Kirchgänger erwiesen, ihren Akzent ablegten und zeigten, dass sie viel mehr als Gurkenernten draufhatten. Aber die „Russen“! So nenne ich die jetzt mal bewusst unkorrekt. Die palavern nur russisch, benehmen sich unverschämt, greifen Stütze ab, von der der Deutsche nur träumt, neigen zur Kleinkriminalität und die Alten lungerten abgefüllt mit Billig-Wodka hinter dem Aldi herum. Der gefühlte Vogel-Anteil bei den „Russen“ war völlig indiskutabel! Und was die sich nach einem Jahr schon für Autos leisteten, mit rechten Dingen konnte das nicht zugehen. Die örtlichen Verkäufer von Benz und BWM (Audi war damals noch der feuchte Traum des Oberstudienrates) bekamen angesichts des Russen-Fuhrparks glänzende Augen: was für Kundenmaterial! Nach drei, vier Jahren dann die die nächste Eskalationsstufe: nicht nur Häuser, ganze Wohnsiedlungen würden die aufkaufen. Mit rechten Dingen …bla bla. Aber da begann sich schon der Respekt unters Ressentiment zu legen. Und die Erkenntnis, dass es die polnischen Freunde ein paar Jahre zuvor auch nicht anders machten, nur waren das nicht so viele, und sie gingen dezenter vor.
Wie konnte das sein? Meine These: da wird eben kein Geld verplempert für teure Scheidungen, die Babuschka nicht ins Pflegeheim gesteckt und die Kinder werden nicht als Ausweis vorgeblicher Selbständigkeit so bald als möglich aus dem Haus, d. h. in die Krallen eines renditegeilen Vermieters entlassen. Nein, die Kohle wird gebündelt, gebunkert und zielführend ins nächste Projekt investiert: Hütte, Firma, Mitgift! Man kann das als die wohlige Kuhstallwärme der Großfamilie belächeln oder als Parallelgesellschaft denunzieren. Es geht auch nicht jedem und insbesondere nicht jeder immer gut dabei. Aber es ist auf die Dauer wirtschaftlich erfolgreich. Da kommen welche an, das sind ganz arme lausige Gestalten, saufen und klauen oder malochen schwarz für einen Hungerlohn, aber im Gegensatz zu uns werden die es irgendwann packen, das spüren Pimmelkopp und seine Nachbarn instinktiv. Denen ist die Kuhstallwärme der Volksgemeinschaft schon einmal, manchen Älteren sogar zweimal im letzten Jahrhundert abhandengekommen und die kommt definitiv nicht mehr zurück. Dumm gelaufen, wenn man sonst nichts hat.
Aber halt, es ging gar nicht um Russen, es ging um die Roma? Bestimmt verdammt hoher Vogel-Anteil, fremde Sprache, Clan-Strukturen und schwer genervte Nachbarn. Das kann ja noch was werden. Schauen wir mal.
Lieber Herr A.,
da muß der Stoffhase also erst mal wieder durchs Ausland marodieren, damit Sie Zeit haben, zu schreiben?
Ob nun Araber, Polen, Rumänen, Russen, Sinti und Roma (wieso ist das Wort Zigeuner eigentlich diskriminierend?) oder Türken: Die Frage, warum es immer dieselben Ethnien sind, die durch die Medien geistern und sich andere Migranten nahezu geräuschlos integrieren, sollte schon erlaubt sein. Ich habe zum Beispiel noch nie gehört, daß ein Japanermob in Deutschland Leute verprügelt hat oder messerstechende, vergewaltigende, spanische Jugendbanden ganze Stadtviertel terrorisieren. Höchstens an vietnamesische, zigarettenmafiöse Revierkämpfe in den Neunzigern kann ich mich erinnern. Und die haben sich wohl überwiegend gegenseitig daran gehindert, vorzeitig an Lungenkrebs zu sterben.
Die Theorie, mittels Verzicht auf teure Scheidungen, Pflegeheime und blutsaugenden Vermieter könne man sich den Wohlstand ins Haus holen und dank gebündelter Bunkerkohle Benz, BWM, Audi, Häuser und Wohnsiedlungen leisten, halte ich für fragwürdig und wissenschaftlich unbewiesen. Denn sonst wäre ich nicht so 'ne arme Sau! Und das, obwohl ich weder Russisch palavere, traumhaft hohe Stütze abgreife, noch – besoffen durch Aldis Billig-Wodka – zur Kleinkriminalität neige. Lediglich einen gewissen Grad an unverschämtem Benehmen muß ich gelegentlich wohl einräumen.
Was nun Pimmelkopp und „gute Menschen“ angeht: Ich denke, es sollten zwischen wahnhaftem, rasenden Ausländerhaß auf der einen, und zwanghaftem Gutmenschenmafiatum auf der anderen Seite noch etwas mehr Abstufungen möglich sein.
Aber eins noch warnend zum Schluß: Nichts gegen Ceausescu! Der war sooo … göööttlich!!!
Warum geistern die einen in den Medien herum, Japaner und Spanier aber nicht? Da müssten wir die Medien fragen, alleine es ist zu befürchten, dass die nicht antworten. Wozu auch? Den Vorletzten und Vorvorletzten erzählen, was für Vögel die (noch) Letzten so sind und damit genug verdienen, um keiner dieser Gruppen angehören zu müssen. Wie geil ist das denn?
Daher ein Selbstversuch: Der Japaner gibt nichts her. Der wandert nicht ein, der wird von seiner Firma geschickt oder kommt gleich als Chef. Das Vergewaltigen fremder Frauen und Völker hat er hinter sich.
Und der Spanier: messerstechend, vergewaltigend? Oh ja, da war mal was! Ist schon eine Weile her. So in den 60ern bis frühen 70ern. Erst die Italiener, dann Spanier und Griechen, etwas später dann auch die Türken und Yugos: faul, dumm, radebrechend, nach Knoblauch stinkend, in Banden umherziehend, Frauen und Mädchen nachstellend und mit der dem Südländer eigenen Vorliebe für feststehende Messer eine stete Gefahr für Leib, Leben und öffentliche Ordnung. So die von den Zeitungen damals wieder und wieder kolportierte Standardsituation; die mit den besonders großen Buchstaben natürlich an der Spitze der Bewegung. Und mit einem Tonfall, dass man glauben konnte, das tausendjährige Reich ginge in die zweite Runde. Noch 1982 schwadronierte der dicke Helmut im Zuge seiner geistig-moralischen Wende, so zwei Millionen müsste man wieder „loswerden“. Mit einem Handgeld in die alte Heimat zurücktransportieren meinte der, nicht dass jemand auf falsche Gedanken kommt.
Natürlich gab es zu der Zeit Schlägereien, Messerstechereien, sexuelle Nötigung und Angst. Mit Blick auf die wirtschaftliche und soziale Situation der Zuwanderer wundert das nicht.
Die waren ledig oder von ihren Familien getrennt fast alle in Wohnheimen, oft auf dem Betriebsgelände kaserniert. Wohnheime ist gut, Barackenlager, oft garniert mit Werksschutz und Stacheldraht waren das, das einzig luxuriöse daran die Miete. Selbst für die Nachnutzung von Gebäuden des KZ Dachau als Gastarbeiterunterkunft war man sich nicht zu schade. Die Reaktion der Nachbarn auf solche Unterkünfte … rate mal mit Rosenthal! Die Jobs waren dreckig, die Stellung in der betrieblichen Hierarchie ganz unten, gewerkschaftliche oder gar politische Betätigung führte regelmäßig zum Rausschmiss, der Rausschmiss oft genug zur Abschiebung. Der Umgang mit der ersten Generation ausländischer Arbeitskräfte war wahrlich kein Ruhmesblatt der jungen Bundesrepublik. Wenn die dann „Freigang“ hatten, lag Stress, wie man heute sagen würde, mit den von Bild und Co. konditionierten Konkurrenten um das knappe Weibsvolk in der Luft.
Und heute? Stellt ein Spanier was an, interessiert niemanden mehr, ob das ein Spanier war, nicht mal bei Stress mit Messer.
Ach ja, die russischen Neubürger. Mein Einblick ist neben der früheren Bekanntschaft mit einigen polnischen und zwei rumänischen Familien auf eine Stadt im Fränkischen beschränkt: dort gibt es die Autos und die Siedlung – Miete zahlt da keiner. Sogar auf dem Friedhof haben die schon eine eigene Abteilung. Leicht erkennbar an den Namen und am Hang zur glamouröseren Gestaltung der Grabstätten gegenüber den Alteingesessenen (oder sagt man da –eingegrabenen?).
Sie meinen also, das Vergewaltigen und Messerstechen gehört zwingend zur gesunden Entwicklung einer jeden Ethnie dazu, so wie jede Religion ihr finsteres Mittelalter braucht, um zum Licht zu finden? Nun gut, dann lehnen wir uns doch einfach entspannt zurück und warten wir, bis diese Entwickung abgeschlossen ist. Die Japaner und Spanier haben es ja schon hinter sich, lange kann's also nicht mehr dauern, dann sind wir mit der ganzen Welt durch. Und danach gibt es nur noch Glück und Frieden auf Erden …
Von Zeiten religiöser oder nationalchauvinistischer Übertreibungen ist kein Volk der Welt ausgenommen, die Dummheit der Menschen ist leider einigermaßen gleichmäßig über den Globus verteilt. Daher glaube ich, dass derartige Übergriffe mitnichten einer Nationalität oder Ethnie als ihnen innewohnende Verhaltensmuster zugeschrieben werden können! Vielmehr bin ich davon überzeugt, dass mit solchen Vorkommnissen stets dort zu rechnen ist, wo viele junge Männer unter repressiven Rahmenbedingungen, geistig unterbeschäftigt und ab- oder ausgegrenzt von der sie umgebenden Zivilgesellschaft leben müssen. Das ist idealtypisch bei den Mannschaftsdienstgraden kasernierter militärischer Einheiten außerhalb ihres Heimatlandes der Fall (die amerikanischen und russischen Freunde werden sich da nicht viel genommen haben, auch wenn von letzteren eher weniger in den Lokalzeitungen gestanden haben dürfte), aber auch bei Arbeitsemigranten unter den Arbeits- und Unterbringungsbedingungen in der Bundesrepublik in den 60ern und gewiss auch bei sich selbst überlassenen arbeitslosen Jugendlichen einer sozialen oder ethnischen Randgruppe. Ein importierter kruder Ehr- und Männlichkeitsbegriff mag noch etwas dazu tun, ursächlich für die Misere ist das nicht. Wo solche Bedingungen aufrecht erhalten werden, wird es nichts mit Glück noch Frieden.
Ich habe es mir mittlerweile abgewöhnt, die Ursachen für Fehlverhalten in der Ethnie, der Hautfarbe, der Nationalität, der Religion oder dem jeweiligen persönlichen Level an geistiger Unterbeschäftigung zu suchen. Das wäre genauso falsch, als wenn Richter auf Grund von traumatischen Kindheitserlebnissen mildernde Umstände anerkennen und nur das halbe Strafmaß verkünden. Denn es gibt immer Millionen von Menschen, denen Ähnliches oder sogar Schlimmeres widerfahren ist und die trotzdem nicht aus dem Ruder laufen. Die von mir entdeckte Unterscheidungsformel funktioniert hingegen perfekt und ist auf jedes Individuum im Universum anwendbar: Ich unterscheide ganz einfach in doof oder nicht doof. Das paßt immer! Probier's mal aus!