Meine Metamorphose vom Radfahrer hin zum Autofahrer ist derzeit fast abgeschlossen, lediglich das herrliche Sommerwetter läßt meine verbliebenen Radfahrergene noch ab und zu rebellieren. Meistens verhindert dann die schmerzhafte Erinnerung an meinen quietschenden, brettharten Ledersattel die Rückkehr zum zweirädrigen Stadium. Als wenn ich’s nicht versucht hätte: Zwei Jahre lang fuhr ich mit dem breitesten, größten und peinlichsten Gelsattel, der zu finden war. Ohne Erfolg – der Hintern tat trotzdem nach wenigen Minuten höllisch weh. Offenbar hatte mein ehemals bester Freund Holger völlig recht, als er sagt, das Gel biete dem Gewicht nicht ausreichend Widerstand und verteile sich an die Stellen, wo weniger Druck herrscht, sodaß man am Ende doch auf dem harten Satteluntergrund sitzt.
Als Autofahrer lerne ich Radfahren nun von der anderen Seite kennen. Welche verschiedenen Fahrertypen es dabei gibt, beschreibt „Die Welt“ in einem fein beobachtenden Beitrag.
Mir persönlich würde es ja schon reichen, wenn Radfahrer nicht nebeneinander oder zwei Meter hin- und herschwankend auf der Straße fahren. Das würde das Überholen für beide Seiten erheblich einfacher und sicherer machen.

