Depeche Mode haben mit „Delta Machine“ ein neues Album veröffentlicht, man kann es sich online zumindest schon mal anhören.
Martin Lee Gore ist ja bekanntlich die treibende Kraft hinter der Musik von Depeche Mode, die meisten Stücke stammen aus seiner Hand. Nachdem er 2003 mit Counterfeit² erstmalig ein Album veröffentlichte, bei dem ich aufgrund der kratzigen Sounds eine neuentflammte Zuneigung für möglichst alte und abgefuckte Synthesizer vermutete, befürchtete ich bereits, daß sich dies auch auf das kommende Depeche-Mode-Album auswirken würde. Und tatsächlich erschien sechs Jahre später mit „Sounds of the Universe“ das unharmonischste und unmusikalischste Album ihrer Bandgeschichte, welches nicht auch nur eine einzige versöhnliche Note enthielt. Beim aktuellen Album scheint sich die Band nun auf den schrecklichsten dieser analogen Lieblingssynthesizer, vermutlich einen aus den frühen Sechzigern, festgelegt zu haben, denn die Stücke klingen alle gleich: staubig, kratzig und unharmonisch.
Liebe Band, ich habe Euch mal sehr gemocht, auch wenn es etwas länger dauerte, als bei all den anderen kleinen Gruftis. Und bei jedem Eurer Alben war ich beim ersten Anhören zunächst enttäuscht, weil sich mir die Musik nicht sofort erschloß. Besonders galt dies für „Songs of Faith and Devotion“, das erst nach einiger Zeit zu meinem Lieblingsalbum wurde, weil Ihr hier erstmalig dreidimensionale Klangwelten geschaffen habt, in denen es viel zu entdecken gibt, und das meine beiden Lieblingstitel enthält, nämlich „In Your Room“ (von dem es mehrere phantastische Versionen gibt, allein schon der „Jeep Rock Mix“ ist ein Knaller) und meine Nummer Eins – „Walking In My Shoes“, in der Liveversion der Devotional Tour, wegen des herrlichen Endes.
Manchmal braucht es etwas länger, bis man die Kunst hinter den Noten entdeckt. Mit Peter Gabriels „Ovo“ habe ich zehn Jahre gehadert, bis sich die Lieder, hübsch versteckt in iTunes‘ Zufallswiedergabe, in mein Ohr schlichen. Aber Eure derzeitige Arbeit – also das geht irgendwie gar nicht. Nicht jeder Sound, der mit einem Musikinstrument erzeugt werden kann, ist auch sinnvoll und benutzbar. Und nicht jeder alte Synthi, der irgendwann mal in die Rumpelkammer gewandert ist, sollte wieder hervorgeholt werden. Ich hoffe, Eure Rumpelphase geht auch irgendwann mal wieder vorbei.
