Das Jahr hat ja gerade erst angefangen, deswegen bin ich nicht ganz sicher, ob ich jetzt schon die diesjährige Verleihung der international hochgeschätzten und begehrten Auszeichnung „Musik mit Esprit“ vornehmen soll. Glücklicherweise hat der Künstler zu dem wirklich beeindruckenden Musikstück mit Suchtfaktor auch noch einen kunstvollen Film gedreht, so daß ich einfach eine neue Kategorie kreiere – Film mit Esprit.
Liebe Kinder! Es gab einmal eine Zeit, in der hatten Menschen wie Du und ich eine große schwarze Kiste unter ihrem Fernseher stehen, in welche man kleine schwarze Kisten hineinschieben konnten, um die darauf gespeicherten Filme abzuspielen. Man nannte das „Videorekorder“, und wer einen hatte, war in der Schule voll der Macker. Wer heute noch so eine Kiste hat, ist in der Schule wohl eher der Vollpfosten. Auf einer dieser kleinen schwarzen Kisten gab es diesen tollen Film, für den der Begriff „Kunstwerk“ wohl der einzig sinnvolle ist, und an dessen Position auf dem Videoband das Trägermaterial vom vielen Anschauen schon so durchgeschubbert war, daß der japanische Hersteller der Kassette vor lauter Angst schon mal ein ganzes Rudel erstklassiger Rechtsanwälte in Stellung brachte, um eventuellen Schadensersatzklagen des Videojunkies von vornherein vorzubeugen. Wobei die Musik für sich allein schon in einer Klasse spielt, die für unzählige Musiker unerreichbar sein dürfte.
Nachdem ich bereits vor einigen Jahren große und kleine schwarze Kisten entsorgt hatte, um meine gesellschaftliche Position nicht zu gefährden, habe ich den Film nun endlich wiederentdeckt und umgehend für die Auszeichnung zum „Film mit Esprit“ nominiert. Sie geht dieses Jahr an Peter Gabriel und sein Spiel mit Licht und Schatten, Andeutungen und Vermutungen in seinem Meisterwerk „Merci Street“:
