Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Leute erst mal den Arm hochreißen und „Hier, hier, ich, ich, ich …“ rufen, sobald es etwas zu verschenken gibt, dann aber doch nicht vorbeikommen, um es abzuholen. Da ich das bereits kenne, erstelle ich immer eine Liste und gebe den Interessenten 24 Stunden Zeit, bevor der nächste zur Abholung aufgefordert wird.
Vor zwei Wochen gab es vier gebrauchte Bürostühle im Angebot, durch die jahrelange Benutzung etwas abgegrabbelt zwar, aber noch voll funktionsfähig. Eine Woche später standen sie immer noch im Büro herum, weil die sieben Interessenten nicht wie vereinbart erschienen waren. Nur einer stand wohl vor dem Haus, fand aber die Nummer 78 nicht, die auf einem große Blechschild an die Hauswand geschrieben steht. Was er fand, waren die Nummern 77 und 79.
Wenn man vor einem Haus steht, mit zugegebenermaßen etwas zerklüfteter, unübersichtlicher Fassade, links jedoch die 77 und weiter rechts die 79 bereits entdeckt hat, wo zu Teufel wird die 78 dann wohl sein? Entweder gegenüber auf der anderen Straßenseite (in diesem Fall ist dort ein Park), oder eben genau zwischen den beiden bereits entdeckten Eingängen. Da muss man sich halt mal bewegen und ein wenig herumstöbern! Bescheuerte Menschheit!
Ich habe danach einen Zettel an die Eingangstür gehängt – 4 Stühle zu verschenken. Nach wenigen Stunden haben die anderen netten Mieter sie abgeholt.
