Fünfundreißig Jahre ist es nun schon her, dass der originale Film Blade Runner in den Kinos lief. Was habe ich eigentlich damals gemacht, 1982, mit unschuldigen, süßen 14 Jahren?
Weiß nicht, schon so lange her. Im Kino habe ich den Film jedenfalls nicht gesehen, denn damals herrschte noch tiefste DDR. Vermutlich habe ich mich seiner erst nach der Wende am heimischen Bildschirm erfreut, mit 62 Zentimetern Bilddiagonale und per Videokassettenrekorder zugespielt, was jedes für sich heute auch nur noch ein technischer Witz ist.
Jedenfalls beeindruckte mich damals schon die bildgewaltige Story um künstliche Menschen, die einfach nur nach der Antwort suchen, die wir alle wissen wollen, auf die Frage: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wieviel Zeit bleibt mir?
An diese Geschichte schließt der neue Blade Runner 2049 an. Und er macht seine Sache gut. Der Film entwickelt sich langsam, nimmt sich viel Zeit und zieht den Betrachter allmählich in das Geschehen hinein. Der tolle 3D-Effekt hat sicherlich einen großen Anteil daran. Die optische Umsetzung ist überwältigend, ein Fest für Ästheten. Als Fotograf weiß ich, wie schwer es ist, attraktive Bilder zu erschaffen. Regisseur Denis Villeneuve und Kameramann Roger Deakins gelingt dies grandios, jede Szene ein visueller Volltreffer, ein Spiel aus Formen und Licht, man wird geradezu erschlagen von der opulenten Szenerie. Wer jedoch auf schnelles Krawumm und Balla-balla steht, wird mit dem Film wohl eher nicht glücklich. Blade Runner 2049 ist eindeutig für echte Cineasten gemacht.
Lediglich die Musik, komponiert von Benjamin Wallfisch und dem inzwischen schon legendären Hans Zimmer, schwächelt ein wenig. Sie passt zwar perfekt zum Film und lässt auch dieselbe Atmosphäre entstehen wie beim Original von 1982. Doch es fehlen die … sagen wir mal … Hits, die man sich auch zu Hause auf der Stereoanlage anhören würde. Wer Vangelis‘ Soundtrack verinnerlicht hat, dem wird beim „Anhören“ des neuen Films irgendwie was fehlen. Vielleicht hätte es nicht geschadet, die eine oder andere Komposition von früher ein wenig aufzubügeln und zu übernehmen. Macht James Bond ja auch nicht anders.
Doch halt – einiges wurde dann doch aus dem Originalfilm übernommen, nämlich …
Och nöö, das könnt Ihr gern selbst herausfinden. Der Film wirkt ohnehin besser in groß und 3D. Also ab ins Kino, angucken!
Dieser Film wurde nicht gesponsort. Von Niemandem. Dabei war es meine bislang teuerste Kinokarte. Fünfzehneurodreißig!!! Also echt, ey, Ihr habt ’se wohl nicht mehr alle!
