Heute früh war ich bei meinem Zahnarzt, einem alten, klapprigen Greis mit tattrigen Händen, der von seinen fast noch minderjährigen Gehilfinnen zweimal pro Tag mittels Elektroschock wiederbelebt werden muss, weil das Jenseits ihn bereits mit Nachdruck auf die andere Seite hinüberzuziehen bemüht ist. Und der so schwer verständlich redet, weil ihm das Gebiss dabei ständig nach unten klappt.
Jedenfalls bemühte sich dieser Ogygiant, mir nuschelnd zu vermitteln, ich hätte Zahnschwein, während mir seine Spucke ins Gesicht spritzte. Ich hätte auch schreiben können – in den offenen Mund, aber ich wollte die geschätzten Leser nicht gleich hinfortekeln.
Zahnschwein also. Und das mir als Vegetarier*!
Während ich also bemüht war, den Würgereflex zu unterdrücken, begann mein altersdementes Gehirn loszurattern und all die Fragen zu verarbeiten, die plötzlich aus dem Nichts aufpoppten, wie Pilze nach einem Spätsommergewitter: Muss ich das Schwein bei irgendeiner Behörde anmelden? Muss es geimpft werden? Auch gegen Corona? Bedarf es einer bestimmten, artgerechten Haltung? Und zählt es noch zu den Haus- oder schon zu den Nutztieren?
Das muss ich jetzt alles erst recherchieren. Dabei hab ich für so was gar keine Zeit.
Blöder Zahnarzt!
* Nee, nicht wirklich. Ich liebe Fleisch. Am liebsten schön blutig, noch mit Fell dran.
