Letzten Sonntag habe ich einen ganzen Stapel alter Klassikschallplatten von meinen Eltern mitgenommen, weil die sie nicht mehr hören wollen und ich neugierig auf Unbekanntes war. Die ältesten Scheiben stammten aus den Sechzigern und waren noch in Mono aufgenommen.
Unglaublich, dass man sich früher so was anhören konnte! Nicht nur die knisternden Tonträger an sich, auch die Aufnahmetechnik damals war aus heutiger Sicht eine blechern scheppernde Katastrophe. Aber selbst nach Schallplatten-Maßstäben gute Aufnahmen, im DMM-Verfahren produziert, wollte ich mir einfach nicht anhören, weil meine inzwischen auf digitale, störungsfreie, hochdynamische und kristallklar aufgenommene Quellen geeichten Ohren die schlechtere Schallplattenqualität einfach nicht mehr ertragen. Nebenbei bemerkt lauschte ich mit einem Denon AH-D9200. Dieser phänomenal gut klingende Kopfhörer deckt schlechte Aufnahmen gnadenlos auf, wie mit einer hochauflösenden Lupe, es klingt also nochmal um einiges schlimmer als mit einem durchschnittlichen Hörer.
Also gehen die Platten morgen wieder zurück und werden am Ende wohl in der Kunststoffabteilung des örtlichen Recyclinghofes landen. Ich hoffe, die Künstler, so sie denn überhaupt noch leben, können mir diesen Kulturvandalismus verzeihen … irgendwann einmal.
Dieser Beitrag wurde nicht gesponsored von Denon. Leider. Auch nicht von DMM … oder so. Höchstens von meinen Eltern … vielleicht … ein kleines bisschen … mit einem Teller warme Suppe.

