Ein geradezu philosophische Frage: Was ist Realität? Das persönliche Weltbild wird geprägt durch das, was wir um uns herum wahrnehmen: Durch unsere Freunde, Begegnungen auf der Straße, Unterhaltungen im Café und natürlich durch Presse und Medien. Selbst zwei Menschen, die seit Jahren innig zusammenleben, haben oft nicht die gleiche Erlebniswelt. Schon der Umstand, dass einer von beiden fünf Minuten früher aufsteht, sich an den Computer setzt und in seiner Lieblings-Onlinezeitung liest, dass ganz Amerika in der vergangenen Nacht durch einen Ausbruch des Supervulkans im Yellowstone-Nationalpark vernichtet wurde, kann dazu führen, dass beider Realität plötzlich gravierend voneinander abweicht.
Wer bisher noch geglaubt hat, die Amis wären die Guten, die keiner Fliege etwas zuleide tun, und die nur Wohlstand, Frieden und die so oft strapazierte Freiheit zu den Menschen bringen wollen, der werfe mal einen Blick auf das Wirken sogenannter Denkfabriken. Die empfehlen doch aktuell der polnischen Regierung tatsächlich, grundlos russische IT-Infrastruktur anzugreifen, einfach nur, um den Russen zu zeigen, dass sie es können. Das ist in etwa so, als würde in der Schule die hinterhältige Klassenpetze den schmächtigsten Mitschüler dazu aufstacheln, dem kräftigen, muskelbepackten Athletikstar aus der Nachbarklasse in der Hofpause prophylaktisch ein paar aufs Maul zu hauen. Nur um zu zeigen, dass er es theoretisch könnte, wenn er denn wollte.
Na gut, okay, werden einige von Euch sagen, das schreiben die „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“, die wären doch auf der nach unten offenen Seriösitätsskala genauso niedrig und unseriös einzuschätzen, wie der Kopp-Verlag! Darum lege ich noch ein kleines Schippchen oben drauf: Lassen wir die Protagonisten doch einfach selbst zu Wort kommen! Dreißig Minuten, die sich wirklich lohnen, zur Neuausrichtung der persönlichen Realität:
