61 Jahre alt ist Demi Moore inzwischen, die amerikanische Schauspielerin, die nicht nur mit beeindruckender Schauspielkunst, skandalträchtigen Rollen und illustrem Privatleben auf sich aufmerksam machte, sondern auch durch angebliche Schönheits-OPs, von denen niemand so genau weiß, ob es sie überhaupt gab oder nicht. Genau das, diese Sucht nach jugendlichem Aussehen, ist nun Hauptthema des Films „The Substance“, in welchem sie die Hauptrolle spielt:
Eine alternde Frau, erfolgreich mit einer Fitness-Sendung im Fernsehen, wird vom Studioboss von heute auf morgen abserviert, weil er was Junges, Frisches sehen und senden will. Sie sucht nach einem Ausweg und findet ihn in einem zwielichtigen Angebot: Einer genetischen Verjüngung. Nach der Erstbehandlung entsteigt ihrem Körper eine jüngere Version ihrer selbst, sie gebiert quasi einen Klon. Mit diesem Klon muss sie sich fortan das Leben teilen, eine Woche darf sie ihr Leben leben, während der Klon komatös zu Hause liegt und eine Woche umgekehrt. Nach exakt sieben Tagen müssen sie ihr Blut per Infusion tauschen, und wehe, der Rhythmus wird nicht eingehalten, dann gerät die Sache aus dem Gleichgewicht und wird richtig übel! Genmanipulation und menschliche Dummheit, was soll schon schiefgehen?
Natürlich geht es schief, und natürlich wird es übel, sehr übel, denn der junge Klon, berauscht von neuem Ruhm und dem Begehren eines hormonell gesteuerten Twens, denkt gar nicht daran, sich an irgendwelche Pläne zu halten.
Auf einer Liste der zehn krassesten, verstörendsten Filme, die ich je gesehen habe, erreicht dieser Film locker die Top 3. Sowohl das Thema als auch die künstlerische und technische Umsetzung sind einzigartig, und zwar in mehrerlei Hinsicht. So ist es für den Zuschauer schon sehr fordernd und schmerzhaft, Menschen in wahnhafter Sucht nach Schönheit dabei zuzusehen, wie sie sich Spritzen setzen, selbst Blut abnehmen oder aufgerissene Körper wieder zusammennähen. Der Horror kann überraschend vielerlei Gestalt annehmen, empfindliche Personen sollten daher lieber auf den Film verzichten.
Dabei hat Kameramann Benjamin Kračun wirklich beeindruckende, irrsinnige Bilder erschaffen, die sich beispielsweise in der überhöhten Garstigkeit des widerlichen Studiobosses, dargestellt von Dennis Quaid, manifestieren. Demi Moore verdient eine Menge Respekt, wenn sie Gesicht und nackten Körper dem Kinopublikum ungeschönt und ungeschminkt offenbart, wie nie zuvor. Aber auch Sarah Margaret Qualley zeigt mit der Darstellung des jüngeren Klons, der eitel und selbstverliebt die Regeln bricht und damit die Katastrophe auslöst, ihr ganzes Können.
Nebenbei sehe ich – berechtigt oder unberechtigt – in dem Film eine Parabel auf die genmanipulierenden Corona-Impfungen, welche nicht ausreichend getestet unter die Massen gebracht wurden und dort nun ihr verheerendes Werk verrichten. Genmanipulation und menschliche Dummheit, was soll schon schiefgehen?
