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Wo spielt die Musik?

Bekanntlich prallen im Internet, wo jeder seinen Senf dazugeben kann, die verschiedenen Weltbilder besonders heftig aufeinander. Im Hifi-Forum zum Beispiel kämpfen Gold- und Holzohren verbittert um die einzig reine Wahrheit.
     Goldohren sind jene, denen kein esoterisches Gimmick zu teuer ist, um auch das letzte Quentchen Perfektion aus sündhaft teuren Klangerzeugern zu kitzeln. Da wird schon mal zum Filzstift gegriffen, um den Rand von Audio-CDs grün anzumalen. Holzohren hingegen verweisen dogmatisch auf die Physik und lehnen jegliche Schlangenöl-Klangverbesserungs-Produkte ab.

Ich hingegen bilde mir ein, noch ganz gut hören zu können. Kürzlich erwarb ich ein Vinyl-Doppelalbum von ABBA, weil ich nach meinem Umzug endlich wieder Lust verspürte, meine gute alte Stereoanlage intensiver zu nutzen, und erwischte prompt zwei vollkommen abgeranzte Platten, deren Knistern und Knacken für Feingeister wie mich kaum noch erträglich war, weshalb ich sie kurzerhand zurückschickte.

Heftig und kontrovers diskutiert wird im Hifi-Forum auch, ob unterschiedliche Anschlusskabel einen Einfluss auf den Klang haben. Nach meinem Umzug von Berlin nach Dingenskirchen konnte ich jedenfalls feststellen, dass meine Anlage hier nun viel besser klingt. Der Grund dafür: Überlandleitungen! Die freihängenden Stromtrassen können freier schwingen und sind die ganze Zeit an der frischen Luft, daher wirkt das Klangbild auch viel … luftiger. In Berlin wird der Strom hingegen in Erdleitungen übertragen, welche oft direkt neben Abwasserrohren verlegt sind. Kein Wunder also, dass Musik dementsprechend … beschissen klingt.