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Achthundert pflastersteingroße Zähne

Kein Grund, sich so aufzuregen. Aber der Mann hat recht. Es nervt gewaltig. Und die ARD ist gerade dabei, das zarte, über die letzten Jahre neu erwachte Interesse für den Grand Prix mit möglichst massiver Präsenz auf allen Kanälen zu erdrücken und plattzuklopfen. Beispiele dafür, wie man einen Kult abwürgt, gibt es zur Genüge. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir da der Berliner Rundfunk. Nach der Wende, als es im Berliner Radioäther tausend interessantere Radiosender gab, allen voran Hundert,6, der mit erotischen (ja – erotischen, nicht pornografischen!) Sendungen auf sich aufmerksam machte, da dümpelte der Berliner Rundfunk vermeintlich unbeachtet vor sich hin. Und aus Mangel an Ideen, Erfahrung, Geld oder einfach nur göttlichem Funken, machte der Sender das, was er immer machte. Musik abspielen, ein bißchen moderieren und hin und wieder ein paar Nachrichten dazwischenschieben. Und er machte damit, ohne es zu wissen, alles richtig! Denn irgendwann in den Neunzigern war der Berliner Rundfunk plötzlich der beliebteste Sender Berlins! Um daraufhin schlagartig alles falsch zu machen, indem plötzlich alle zwei Minuten nervige Jingles gespielt wurden, die mit Pauken und Trompeten darauf hinwiesen, daß der Berliner Rundfunk nun der beliebteste Sender sei. Und indem sie all die schlechten Angewohnheiten der anderen Sender übernahmen, was Moderation, Werbung und immer gleiche Musikauswahl anging. Das gipfelte dann in komponierten Selbstbeweihräucherungs-Jingles, die genauso lang waren, wie die eigentlichen Musiktitel. Und prompt wandten sich die Hörer wieder ab und anderen Sendern zu. Irgendwo las ich mal, daß das nach Marktforschungsinformationen konzipierte Formatradio auf der Erkenntnis beruht, daß der durchschnittliche Hörer nur zwanzig Minuten am Stück durchhört. Kein Wunder bei der Programmgestaltung!
Mittlerweile ertrage ich nur noch Klassikradio, abends von 22.00 Uhr bis Mitternacht. Dort läuft herrlich entspannende Chill-Out-Mucke, bei der man den Kopf freibekommt. Schade nur, daß Punkt Zwölf schlagartig wieder das Barockgeschrammel einsetzt, sonst würde ich glatt die ganze Nacht durchhören.
Aber ich schweife ab und wollte doch eigentlich noch den Kommentar verlinken. Von Gernot Haßknecht, von der Pornoseite der FAZ.
Apropos Porno: Falls Sie das hier nicht lesen können, liegt das vielleicht an den Einstellungen Ihrer Kinderschutzsoftware. In meinem Weiterbildungsinstitut kommt bei allen möglichen Webseiten eine Seite mit einem Stopschild, also beispielsweise bei „Porno“, „Sex“ oder sogar „Facebook“. Blöd nur, daß es sich dabei meist um Nachrichtenseiten handelt, die sich nur mit den entsprechenden Themen beschäftigen. Die richtigen Pornoseiten sind oftmals frei zugänglich.
Ach so, der Link: Gernot rastet aus.