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Die zärtlich bittere Süße des Verbotenen

Hätte die Tüte nicht den Aufkleber, könnte man beim Anblick des Fotos unten wirklich meinen, es handele sich um etwas Verbotenes. Und tatsächlich – noch ist Stevia, ein kalorienfreier Süßstoff von Mutter Natur in Deutschland nicht zugelassen. Vermutlich mauert wieder die Aspartam-Lobby, weil sie schon die geliebten Umsätze für Ihr Gift einbrechen sehen, auch angesichts des immer mehr um sich greifenden Öko-Booms. Ursprünglich von der amerikanischen Gesundheitsbehörde verboten, konnte Aspartam sich später doch als Lebensmittelzusatz in die Nahrungskette schleichen, was wir keinem geringeren zu verdanken haben als Donald Rumsfeld. Doch-doch, genau der Donald Rumsfeld, der im Irak Massenvernichtungswaffen vermutete und einen völkerrechtswidrigen Krieg anzettelte, der Millionen Menschen das Leben kostete.
Jedenfalls gibt es mittlerweile nur noch Kaugummis, die irgendwelche Giftstoff… äh Verzeihung – ich meinte natürlich Süßstoffe – enthalten, selbst der grüne und der weiße Wrigleys, die eigentlich Zucker enthalten. Dort ist Aspartam als Geschmacksverstärker deklariert. Weswegen ich mir den Genuß, Kaugummi zu kauen, mittlerweile versage.
Aber zurück zu Stevia. Seit Jahrhunderten bekannt, wird dieser natürliche Süßstoff vor allem in Japan in großen Mengen konsumiert, und da er eine extreme Süßkraft und keine Kalorien hat, steigt das Interesse hierzulande, sogar bei der Lebensmittelindustrie, weil diese ihre süßstoffvergifteten Waren immer schlechter absetzen können.

Die kleine Stevia-Tüte gibt es beim Dealer Ihres Vertrauens, sprich – im Ökoladen, und kostet 16 Euro. Angesichts der geringen Menge mag manch einer bei solchen Zahlen kurz vor dem Herzkasper stehen, aber keine Sorge – das Zeug ist wirklich, wirklich, wirklich verdammt süß! Im Alltag fehlt mir hier noch ein wenig die Erfahrung, insbesondere im Winter, wenn ich wieder vermehrt Heißtee statt Eistee trinken werde, wird sich zeigen, was in dem Kraut steckt. Aber meine Süßungsversuche bei Erdbeeren und Ananas waren schon sehr vielversprechend. Nach dem Zubereiten des Obstes einfach ein kleines Trinkglas mit Wasser füllen und ein bis zwei Messerspitzen des Pulvers einstreuen. Es löst sich extrem leicht auf und das Wasser schmeckt anschließend tatsächlich, als hätte man es mit Zucker gesüßt, also vollmundig süß und nicht so schmallippig süß wie bei Süßstoffen. Der Geschmack hinterläßt einen leicht bitteren Hauch, der aber nicht großartig stört. Das Wasser gießt man dann über das Obst.
Liebe Lebensmittelindustrie – wenn Ihr Eure Produkte in Zukunft vielleicht doch lieber mit Stevia süßen könntet, ich würde sie kaufen. Versprochen!