Die meisten Menschen, insofern sie sich noch nicht das Gehirn weggesoffen oder zugekokst haben, verfügen über einen fein justierten Sinn, wieviel eine Ware oder eine Dienstleistung wert ist.
Wobei – wenn ich’s mir recht überlege, dürfte diese Behauptung wohl keiner ernstzunehmenden wissenschaftlichen Untersuchung standhalten. Und überhaupt, was kümmern mich fremde Leute?
Auf jeden Fall aber verfüge ich über einen fein justierten Sinn, was Preise angeht.
Öhm … nee, eigentlich auch nicht. Ich fürchte, auch diese Behauptung würde wohl keiner tieferen Begutachtung standhalten. Mir fällt nämlich gerade ein, daß in einem meiner Schubfächer eine Armbanduhr herumliegt, die über einen eingebauten Wecker verfügt und in einer berühmten Schweizer Manufaktur hergestellt wurde. Die kostet heute gebraucht immer noch soviel, wie ein gebrauchtes Auto der Oberklasse mit 100.000 Kilometern auf der Uhr. Und dann trage ich sie noch nicht mal.
Auf jeden Fall habe ich heute zum zweiten Mal einen Einkauf abgeblasen, weil mir der Preis unangemessen hoch erschien. Das erste Mal war bei mir die rote Linie überschritten, als der Preis für eine kleine Schachtel Tic Tac die magische Grenze von 50 Cents überschritt. Anfang der Neunziger kostete so eine Schachtel noch 50 Pfennige. Heute bezahlt man bei Kaisers dafür 69 Cents, und ich meine, daß der Inhalt auch noch geringer ist, als vor 20 Jahren. Ein Verzicht, der mir schwerfällt, denn ich liebe Tic Tac. Selbst wenn die Schachtel schon längst geleert ist, verbreitet das Vanille-Pfefferminz-Aroma noch seine magische Wirkung.
Heute nun wollte ich bei Kaufhof einen neuen Bademantel kaufen, weil mein alter mittlerweile blaue Fusseln auf der frisch geduschten Haut hinterläßt. Was dazu führt, daß ich sofort wieder duschen muß, um mich anschließend wieder in meinen fusselnden Bademantel zu kuscheln. Ein Teufelskreis.
Jedenfalls kosteten die Bademäntel, die diese Bezeichnung auch verdienen, doch glatt 99 Euro! Hallo? Kaufhof? Geht’s noch? Das sind 200 DM! Für ein bißchen Frotteestoff! Und so kompliziert ist ein Bademantel ja nun auch nicht zu nähen!
Also echt, ihr habt’se ja wohl nicht mehr alle! Dann lauf ich halt nackt in der Bude rum!
Wenn die rote Linie überschritten ist
4 Kommentare
Die Kommentare sind geschlossen.

wie jetzt… ein Bademantel für so eine kleine (schlecht-frisierte) Plüsch-Puppe (-> siehe Selbstportrait vom 22.02.13) kostet 200 EUR?? War der von Puppen-Gucci oder Spielzeug-Chanel?
Alternativ könnte man doch zwei Waschlappen schnell mal mit drei bis fünf Kreuzstichen zusammen heften, und hat einen erstklassigen, individuellen Bade-Poncho für unter 5 EUR..
Nee, nicht? okay- dann nicht.. ;o))))
Nein, ich schrieb 200 DM! Himmelherrgottsakraundalleheiligen! Da sind Sie schon der einzige, der mein Blog liest und dann noch nicht mal richtig! Der Bademantel war von äh … der war … auf jeden Fall war er zu teuer. Und die Waschlappen brauche ich schon für andere Dinge. Und nein – ich stelle keine Fotos online, auf denen ich nackt durch die Wohnung laufe!
Ach so, es hat auch keiner danach verlangt?!
Mhm. Schade eigentlich.
Wieso bin ich der/die Einzige Leser(in)? Da sind doch mindestens noch ein Ösi und acht Japaner. ;o)) siehste ich kann doch richtig lesen ;o))
Tja, dann hab ich wohl gelogen! Wollen wir hoffen, daß wenigstens Ösis und Japaner wissen, ob sie Leserinnen oder Leser sind, liebe(r) Leser(in).