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Ein guter Mensch

Während des zweiten Weltkrieges, als Kind, spielte er mit einem interessant aussehenden, metallischen Gegenstand. Die Explosion der Granate riß ihm die rechte Hand, mehrere Finger der linken Hand und einen Großteil des rechten Beines ab. Trotz seiner schweren Verletzungen rappelte er sich auf, studierte, promovierte und arbeitete als Abteilungsleiter in einem der angesehensten wissenschaftlichen Institute Berlins. Wenn er meine Eltern zu Hause besuchte, brachte er mir immer Geschenke mit, die für mich, der ich nur wenig Taschengeld bekam, unermeßlich teuer schienen und mich staunen ließen. Besuchte ich kleiner Knirps ihn auf Arbeit, nahm er sich stets ein paar Minuten Zeit für mich, unterhielt sich ernsthaft mit mir und behandelte mich wie einen Großen. Nie hatte ich das Gefühl, unerwünscht zu sein oder zu stören. Heute erfuhr ich, daß er bereits im Mai dieses Jahres nach langer, geduldig ertragener Krankheit verstorben ist. Zu spät wird mir bewußt, daß ich Dich gern noch einmal wiedergesehen hätte.
K. – ich habe Dich sehr gemocht, und Du verdienst meinen ganzen Respekt. Für Deine menschliche, aufrechte und ehrliche Art.
Ich werde Dich nie vergessen.