Seit meiner Kindheit habe ich Probleme mit der Nase: Erst war es häufiges Nasenbluten, welches durch Verätzen der anfälligen Blutgefäße durch Säure gestoppt werden sollte. Mit Anfang zwanzig folgte eine Laserbehandlung, bei der Teile der zu großen Nasenmuscheln weggebrannt wurden. Und mit dreißig kam der größte Eingriff – eine Korrektur der Nasenscheidewand, um mehr Durchlaß zu schaffen, für mehr Luft. Die ständigen Behandlungen haben ein Schlachtfeld hinterlassen, und die verbrannte und verätzte Schleimhaut ist noch immer nicht bereit, die lebensnotwendige Luft in ausreichendem Maße in den flauschigen Löwenkörper zu lassen.
Kürzlich war ich nun wieder beim HNO-Arzt, der tat das Übliche – reinschauen, beim Anblick des Leichenberges den Kopf schütteln und einen Allergietest durchführen, um dem Grund für den Luftengpaß zu Leibe zu rücken. Erstaunlicherweise scheinen die diagnostischen Möglichkeiten der modernen Medizin damit schon ausgeschöpft zu sein, ein Abstrich beispielsweise, mit anschließender Laboruntersuchung, kommt anscheinend schon nicht mehr in Frage. Ärzte sind so furchtbar unkreativ, daß es mich wundert, wie die Menschheit überhaupt so weit kommen konnte, denn wenn jeder Arzt immer nur nach alten Büchern diagnostiziert, die von Autoren von älteren Büchern abgeschrieben wurden, die von Autoren von noch älteren Büchern abgeschrieben wurden, dann dürfte es eigentlich keine moderne Medizin geben, weil wir als heilige Heiler noch immer Formeln murmelnd ums Lagerfeuer springen. Vielleicht bin ich als Kassenpatient aber auch einfach nur nicht solvent genug, um weiterreichende Untersuchungen zu rechtfertigen.
Jedenfalls habe ich das Vertrauen in die Ärzteschaft schon seit langem verloren und mich Alternativen zugewandt, die sich oftmals als erstaunlich wirkungsvoll zeigen. Speziell das Nasenproblem behandle ich nach einem Tip meiner Exexexexexexexexexexexexexexexexexexexexexexexexexexex-Freundin schon seit zwanzig Jahren mit Nasenspülungen, die sogar von Ärzten der etwas kreativeren Sorte empfohlen werden. Das warme Salzwasser spült Pollen, Staub und Rückstände aus dem Nasenraum, befeuchtet die Schleimhaut und sorgt so für mehr frische Luft. Aber das flauschige Sonnengelöwe wäre nicht der kreative Plüschpuschel der es ist, wenn es nicht auch ein bißchen experimentieren würde! Ich erinnerte mich an die Aussage meiner ehemaligen Physiklehrerin, das Riechen an einer Flasche mit Ameisensäure würde beim Beginn einer Erkältung deren Ausbreitung verhindern. Woher nun aber bekomme ich genügend Ameisen, die sich für meine Menschenversuche melken lassen? Egal – Säure ist Säure – Zitronensaft tut es auch! Und tatsächlich: Ein Schuß Zitronensaft im Salzwasser verhindert wirksam die Entstehung von Erkältungen! Eine Spülung pro Tag, am besten abends, hat die Infektanfälligkeit bei mir von fünf bis sechs Erkältungen pro Jahr auf eine reduziert. Und die akute, unangenehme Entzündungsphase dieser einen verbliebenen Erkältung läßt sich mit mehrfachen Spülungen pro Tag auf 36 Stunden verkürzen. Zusätzlich zu Salz und Zitrone hilft ein Schuß „Bepanthol Körperlotion“ beim Bekämpfen der Entzündung.

Leider hat sich das Problem mit der angeschwollenen Nasenschleimhaut beim abendlichen Zubettgehen auf diese Weise bisher nicht großartig verringern lassen. In ganz krassen Fällen half da nur der Griff zum Nasenspray, was dem Zustand der Schleimhaut auch nicht gerade zuträglich ist, denn auf diese Weise entstehen Abhängigkeiten und irreparable Schäden. Doch dank meiner Experimentierfreudigkeit habe ich jetzt anscheinend ein Wundermittelchen entdeckt, welches die Nase abschwellen läßt und bisher – nach dreiwöchigem Versuch – keine negativen Auswirkungen zu haben scheint: Ein etwa drei Zentimeter langer Streifen „Florena, glättende Körperlotion mit Sheabutter und Bio-Arganöl“ in der Nasenspülung aufgelöst, macht die Nase für viele Stunden frei! Die Wirkung ist so verblüffend und überraschend, daß ich es kaum glauben kann! Endlich abends wieder ins Bett legen, ohne stundenlanges Hin-und-Hergedrehe, weil die unten liegende Seite sofort zugeschwollen ist. Ob mir davon irgendwann mal der Puschel abfällt, wird sich zeigen, aber momentan, besonders bei der monatelangen trockenen Heizungsluft, scheint mir diese Methode eine sehr gute Alternative zum schädlichen Nasenspray zu sein. Und vielleicht wird in den Lehrbüchern der unkreativen Ärzte dereinst stehen: Wer hat’s erfunden? Genau – der Flauschige!

Oh, da hatte aber jemand einen ganz schlimmen "Bad-Hair-Day" ;o))
Nöö, nur frisch geduscht – innen wie außen – und noch nicht hochtoupiert. Das folgte anschließend …
Moin, Sonnenlöwe!
Deine Probs mit der Nase sind mir nicht ganz unbekannt. Danke für den Tip mit der Lotion, werde ich mal testen. Tip von mir gegen böse Heizungsluft: ich habe einen Vent Luftwäscher/Befeuchter bei mir im Büro stehen (und in Betrieb). Das hält die Luftfeuchtigkeit auf erträgliche Werte und den Staub aus der Luft heraus. Feine Sache!
Beste Güße, JürgenU vom DFN
Hallo Jürgen,
danke für Deinen Besuch! Einen Venta-Luftwäscher habe ich auch im Schlafzimmer, der bringt nur nasentechnisch keine Verbesserung, verbraucht aber viel Energie. Ich hab mir jetzt einen passiven Luftbefeuchter zum Anhängen an die Heizung gekauft, der reinigt die Luft zwar nicht, befeuchtet sie aber genauso gut und benötigt keine Energie. Den Venta werde ich daher vermutlich einmotten.
Frohes Fest, mein Lieber und bis demnächst im DFN.