Die Idee des Veranstalters Eco-Mobility-Festivals, im Berliner Prenzlauer Berg einen Monat lang alle 3500 Fahrzeuge ohne Elektroantrieb aus dem Gebiet rund um den Helmholtzplatz zu verbannen, wurde nun vom Bezirksamt Pankow erst einmal „ausgeparkt“. Wie nicht anders zu erwarten, würde eine solche, von ein paar selbst nicht betroffenen „Aktionskünstlern“ aufgezwungene Spaßmaßnahme viele Anwohner erheblich einschränken und behindern, denn es gibt in einem Wohngebiet eben nicht nur Fußgänger und Radfahrer, die notfalls den öffentlichen Nahverkehr nutzen können. Ich selbst kenne dort auch ein paar Freunde, die jeden Tag über die fehlenden Parkplätze stöhnen, besonders wenn sie im Schichtbetrieb arbeiten und nachts zurückkommen, und dann natürlich keinen Parkplatz mehr finden. Die aber ohne eigenes Auto ihre Arbeitsplätze im Süden Berlins, weit außerhalb des S-Bahnringes nur schwer erreichen würden. Ob die 600 zur Verfügung gestellten Carsharing-Fahrzeuge für alle ausgereicht hätten, ist fraglich. Vielleicht wäre es schlauer, die für das Spektakel veranschlagten drei Millionen Euro lieber in Stromtankstellen zu investieren, denn der Kauf eines Elektroautos scheiterte neben den hohen Kosten und der geringen Reichweite in meinem Fall vor allem an der fehlenden Steckdose auf der Straße. Denn nicht jeder hat nun mal ein eigenes Grundstück, wie mein dienstältester Freund Tom.
