Wenn ich sagen würde: „Matschbirne“, würde jeder verstehen, was gemeint ist, nur geht es hier um den Hersteller Apple, und Matschapfel versteht vermutlich keiner. Und wieso hantiere ich jetzt überhaupt mit diesem blöden Begriff herum? Vielleicht, weil ich mir gerade etwas matschig in der Birne vorkomme, nachdem ich seit über einer Stunde versuche, einen neuen Akku für mein Macbook Pro zu erhaschen. Streng genommen schon länger, denn vor über zwei Monaten bestellte ich bei Amazon einen Originalakku für unverschämte 129 Euro, angeboten von einen Dritthändler. Aber was willste machen …
Jedenfalls stellte sich heraus, daß der Akku bereits im Jahr 2011 hergestellt wurde und hoffnungslos überlagert war. Akkumulatoren verändern ihre innere Chemie mit der Zeit und sind dann nicht mehr so gut in der Lage, Energie zu speichern. So war es auch bei diesem Akku, nach zehn Minuten Video gucken bei Youtube hatte er bereits dreißig Prozent seiner Kapazität verloren. Also schickte ich ihn wieder zurück und versuchte heute, Ersatz zu beschaffen.
Aber nööö … Apple Deutschland (über die kostenlose Hotline kontaktiert) führt die Dinger nicht mehr, obwohl vorgestern noch ein Supportmitarbeiter vollmundig verkündete, sie hätten noch jede Menge davon hinten im Haus*. Also rief ich beim Apple-Store am Kudamm an und wurde als erstes von einer übertrieben netten Stimme angeplärrt: „Die Apple-Watch ist da …“. Leider kann ich das hier schlecht nachmachen, stellt Euch einfach Miss Piggy auf Speed vor. Dann mußte ich mich durch einige Optionen hangeln, von denen sich manche als Sackgasse erwiesen. Wenn man nämlich den Service auserwählt, muß man erst den Gerätetyp nennen, dann die Seriennummer angeben, um schließlich von einem Computer mitgeteilt zu bekommen, daß die Garantie längst abgelaufen ist und man keine Hilfe mehr erhalten kann, es sei denn, man kauft eine Servicestunde für … was weiß ich wieviel.
Ich also den Hörer wieder aufgelegt und die ganze Prozedur nochmal von vorn durchgenudelt. Mit der Option „Sonstiges“ kam ich dann weiter, nach einer viertel Stunde Wartezeit wurde ich endlich erhört und von einer ebenso professionell-netten wie unmenschlich-roboterartigen Empfangsdame beglückt, so eine von der Sorte die mit Teflon beschichtet ist, auf alles eine glattgeschliffene Antwort hat und einen mittels nicht zu unterbrechendem Redeschwall mit Informationen überschüttet, die man schon längst hat oder die nicht viel nützen. Die Essenz des Gespräches war, daß man bei ihnen auch keine Akkus einzeln kaufen kann, und man müßte einen Termin an der „Genius“-Bar machen, mit einem Techniker, der dann einen neuen Akku einbaut, und zwar für, Achtung – festhalten – 149 Euro! Was ich aber genauso gut auch selber machen könnte, wenn ich denn nur einen Akku hätte! Das Problem an der Sache: Es gibt keine freien Termine mehr! Ich könne aber morgen möglichst früh wieder versuchen, auf der Apple-Webseite einen Termin für die kommende Woche zu buchen. Meine Frage, warum man denn nicht die nächsten drei Wochen buchen könnte, wurde beantwortet mit – dann wären ja die nächsten drei Wochen ausgebucht und man hätte keine Chance, noch dazwischenzurutschen. Super genial, die Genius-Bar!
Aber was machen Leute, die früh um diese Zeit keinen Termin buchen können, etwa weil sie Schichtarbeiter sind und um diese Zeit schlafen oder arbeiten? Werden die lernen müssen, ohne Akku zu leben? Nein-nein, es gäbe ja noch die Möglichkeit, das Gerät einzuschicken! Jetzt frage ich mich eigentlich nur noch, welche der beiden Optionen wohl länger dauert.
Da sitze ich also hier mit meinem völlig überteuerten Aluminium-Markenhobel und bekomme keinen Akku ran. Schöne neue Welt!
*Ein Insidergag für Klavierlehrer-Achim und andere „Das Leben des Brian“-Fans
