Als der mutmaßlich einzige Erdenbürger, der noch ein iPhone 3GS sein Eigen nannte, habe ich der technischen Revolution nun einen kräftigen Tritt in den A… a… ai-oh-es verpasst und die alte Plastikmöhre in der Bucht versenkt. Somit sind die Dreier nun wohl endgültig ausgestorben.
Eigentlich fand ich das Teil auch jetzt noch ganz nett, aber es mängelten sich die technischen Probleme immer mehr in den Vordergrund, es hatte Verbindungsprobleme, es gab kaum noch passende Anwenderprogramme, weil diese immer nach neuerer Technik verlangten, und so im Anfassvergleich mit meinem neuen Magermodel wirkte das iPhone doch schon ein wenig wie ein klappriger Oldtimer.
Leider gängelt Apple seine Nutzer ja mit teilweise sehr unerfreulichen Zwängen, zum Beispiel benötigt man für ein modernes iPhone-Modell auch eine aktuelle iTunes-Version zum Synchronisieren aller Daten, diese ist allerdings so verbuggt und vermurkst, dass ich mich nicht entschließen konnte, meine geliebte Version 10 zu erneuern. Also blieb nur der Blick über den technologischen Tellerrand, aber das ist mittlerweile kein Problem mehr, denn die Konkurrenz hat beachtliche Fortschritte gemacht, und so wurde es nun doch eine iPhone-6-Kopie von HTC, das One A9. Bis auf die lausige Akkulaufzeit und ein paar kleinere Nickelichkeiten ist es ein wirklich sehr erwachsenes Smartphone, das den Vergleich mit Apple-Modellen keineswegs scheuen muss, auf jeden Fall aber ist es um Längen besser, als der klapprige Oldtimer. Testberichte gibt es zuhauf nebenan, weshalb ich gar nicht weiter auf die Details eingehen will.

Doch eine App, die mir soeben über den Weg pixelte, möchte ich ganz besonders hervorheben: Sie heißt Airmore und ist die ultimative Mega-Ultra-Super-Hammer-Applikation. Mit ihr kann man nämlich eine drahtlose Verbindung zwischen Android-Handy und Mac/PC herstellen, um beispielsweise Daten auszutauschen, ohne extra ein Kabel anschließen zu müssen. Und das funktioniert so leicht und unkompliziert, sowas hab ich überhaupt noch nicht gesehen! Keine komplizierten Einstellungen, kein Netzwerktuning, keine Rechtefreigabe, einfach nur die App auf dem Handy installieren, danach startet man auf dem Computer seinen handelsüblichen Browser und ruft eine bestimmte Webseite auf. Dort erscheint ein QR-Code, den man einfach mit der App auf dem Handy einscannt, und schon macht es „schwupps“ und man sieht sein Handy im Browser. Dort kann man verschiedene Symbole anklicken, in den Ordnern des Handys herumstöbern und die Dateien auf den Computer laden. Und das geht schnell und kinderleicht – einfach genial! Bin echt total baff!
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Na schön, zum Abschluss doch noch ein bemerkenswertes Detail: Das Handy verfügt über die Funktion Dolby Audio, und meine Stammleser wissen ja bereits – der Name Dolby hat in meinem bescheidenen Wolkenschlösschen einen – Achtung, Wortspiel – besonders guten Klang! So auch auf dem HTC One A9: Mit deaktiviertem Dolby klingt die Musik schon ganz gut, schaltet man die Funktion jedoch ein, wird jegliche Musik so aufpoliert und blankgewienert, dass man seinen Ohren nicht mehr traut. Keine Ahnung, wie die das machen, ob nur der Frequenzgang ein wenig verbogen wird oder heimlich ein paar geheime Zauberbits hinzugemixt werden, doch das Ergebnis ist knackig, kristallklar und ultradynamisch. Besonders der Bass beeindruckt mit einer nie zuvor gehörten Tiefe und Präzision. Die mitgelieferten Kopfhörer haben einen durchaus akzeptablen Klang, doch in Verbindung mit dem 10-Kanal-Equalizer von Poweramp, einem kostenpflichtigen Medienplayer, bekommen Tontechnik-Experten wie ich selbst die letzten Fehler noch herausgefiltert und geradegebogen. Betrachte ich die lange Reihe an tragbarem Audioequipment, dass in den letzten 2000 Jahren durch meine Hände wanderte, glaube ich behaupten zu können, dass dieses Handy das beste Klangerlebnis liefert, dass je meine plüschigen Ohren von innen besichtigen durfte.
Glaubt man den derzeitigen Meldungen der Medien, dann wird Apple wohl beim nächsten iPhone den altbekannten Kopfhöreranschluss weglassen. Unter anderem damit das Handy „noch wasserdichter“ und „dünner“ wird als bisher. Wobei ich mich frage, wie dünn muss ein Handy noch werden, bevor die Hersteller begreifen, dass mit abnehmender Stabilität und Akkuleistung auch die Benutzerfreundlichkeit leidet. HTC hatte bereits mit dem Touch Pro 2 ein Gerät ohne Kopfhöreranschluss, und ich weiß noch genau, wie mich das Hantieren mit dem blöden Adapter genervt hat, was letzendlich auch zum Kauf des iPhones 3GS führte. Nun ist also Apple mal wieder am Zug, eine Dummheit auszuprobieren. Auf die Verkaufszahlen bin ich jetzt schon gespannt! Sollte die Firma mit dem neuen Produkt badengehen, könnte sich das Mehr an Wasserdichtigkeit womöglich als nützlicher Rettungsring erweisen.

