Seit dem 11. September, dem Tag der Anschläge auf das World Trade Center, wissen wir ja alle – man darf denen da oben einfach nichts mehr glauben. Seitdem beschäftige ich mich besonders gern mit Verschwörungstheorien. Und wer mein Buch aufmerksam gelesen hat, der weiß: Das Wort „Verschwörungstheorie“ bedeutet nur, dass eine Theorie existiert, die auf eine Verschwörung hinweist, es bedeutet nicht, dass sie falsch ist.
Momentan reden ja alle über das Attentat auf die britische Politikerin Jo Cox, einer Befürworterin und „energischen Kämpferin“ für den Verbleib Großbritaniens in der EU. Wenn man sich die Bilder von ihr anschaut, fällt eigentlich sofort auf, dass sie wie geschaffen ist, um als Ikone zu funktionieren: Hübsch, sympathisch, Reh-Äuglein, sehr engagiert, Mutter von zwei Kindern. Ich meine, die Reaktionen der Bevölkerung wären womöglich weniger emotional, wenn sie hässlich, dumm und unsympathisch wäre, oder?
Und der Täter? Thomas M., Einzelgänger, Anhänger und Unterstützer der Neonazi-Szene, einst in Behandlung wegen psychischer Erkrankungen – der perfekte Gegenpart. Die Schöne und das Biest. Und zufällig, rein zufällig findet schon in wenigen Tagen das Referendum über den Brexit statt! Ein erstaunlicher Zufall, findet Ihr nicht auch?
Wäre es denkbar, dass der Täter von außen dazu angestiftet wurde? Womöglich bezahlt und mit einer Schusswaffe ausgestattet? Von Kräften, die durch dieses Attentat die öffentliche Meinung auf ihre Seite ziehen wollten, um ein Ergebnis gegen den EU-Ausstieg zu erzielen? Immerhin hätten die Weltwirtschaft und das europäische Establishment viel zu verlieren, das wäre doch ein Ansporn, auch viel zu riskieren, um das Ruder noch im letzten Moment herumzureißen.
Wenn ich Journalist wäre, ich würde mal nach England rüberfliegen und versuchen herauszufinden, wer der Kerl ist, der da plötzlich aus dem Nichts auftaucht und zum richtigen Zeitpunkt das richtige Ziel trifft. Immerhin – Schusswaffen wachsen ganz besonders in Großbritannien, wo oft nicht mal die Polizisten bewaffnet sind, nicht an jedem Baum …
Nachtrag vom 19. Juni: Wie ich es hasse, immer recht zu haben.
