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Die DDR kehrt zurück

Mitte der Achzigerjahre hatte ich das große Glück, durch einen Freund in die glitzernde, bunte Welt der Diskotheken hinein zu rutschen, denn sein Onkel war DJ und fuhr mit einem Berg von Koffern und Kisten, prall gefüllt mit Technik, durch die östliche Republik. Dafür benötigte er fleißige Roadies – unter anderem mich! Was waren das für Zeiten! Partys, Mädchen und jede Menge Spaß, meistens gleichzeitig.
     Etwas kitzlig war die Sache wegen der damals geltenden Quotenregelung. Es mussten 60 Prozent Ostmusik gespielt werden, der Rest durfte aus dem Ausland stammen. Natürlich hielt sich kein DJ daran, denn niemand wollte nach City oder den Puhdys tanzen.
     Heute nun las ich, dass die Quote zurückkommt. Medienanbieter müssen zukünftig 30 Prozent europäische Produktionen anbieten. Und von wem kommt diese Anweisung? Natürlich, wie sollte es anders sein, von unserer geliebten EU!
     Vielleicht sollten sich die Damen und Herren stattdessen mal fragen, woran es liegt, dass viele amerikanische Film- und Fernsehproduktionen erfolgreicher sind. Aber dazu haben sie vermutlich keine Lust. Das würde nämlich ein Schlaglicht auf die verheerenden Zustände der hiesigen Medienindustrie werfen.