Herr Kirchner, Sie Staatssekretär, Sie
hören Sie endlich auf, die knappen Steuergelder für derartig unsinnige Projekte zu verschwenden! Die Situation in der Frankfurter Allee ist vielleicht stellenweise nicht optimal, aber es gibt dort alles, was für einen reibungslosen Verkehr notwendig ist: Ausreichend Fahrstreifen für Autos, wodurch auch der Lieferverkehr den Fluss nicht übermäßig behindert, Parkplätze für Anwohner, einen vom Autoverkehr räumlich getrennten Radweg, der somit sicherer ist als direkt neben den Fahrstreifen, und einen Gehweg. Ich fahre seit fünf Jahren Auto, seit 45 Jahren Fahrrad, und ich habe mit keinem der dort geschilderten Details ein Problem, weder mit den „nur“ 1,40 Meter breiten Radwegen noch mit den „schmalen“ Fahrstreifen. Der von Ihnen geforderte Umbau verschlechtert die Situation für alle Beteiligten, wird einen jahrelangen Stau nach sich ziehen und Unmengen von Steuergeldern vernichten, die an anderer Stelle viel besser aufgehoben wären. Zum Beispiel hier in der Pankower Talstraße.
Erinnern Sie sich? Ich wies im August 2013 und im Juni 2016 in zwei Schreiben an das Bezirksamt Pankow auf den desolaten Zustand der Gehwege und das überall vor sich hinwuchernde Unkraut hin. Sie schrieben: „Auf Grund der Haushaltssituation im Land Berlin können Sach- und Personalmittel für die Erfüllung der verschiedenen kommunalen Aufgaben im Bezirk nur noch eingeschränkt bereitgestellt werden. Somit müssen Arbeiten bevorzugt werden, die auf Grund gesetzlicher Verpflichtungen zu gewährleisten sind, wie z. B. die Verkehrssicherheit bzw. die Gefahrenstellenbeseitigung auf Fahrbahnen und Gehwegen, auf öffentlichen Kinderspielplätzen, die Verkehrssicherheit für Straßenbäume und Bäume in den vielen Grünanlagen.“
Mit anderen Worten – es sei kein Geld da. Um so überraschter war ich, als ich im Juni 2015 aus der Berliner Zeitung von ihrem Plan erfuhr, „Begegnungsstätten“ in der Schönhauser Allee einzuführen, ein Plan von Kristian Skovbakke Villadsen. Erstaunlich, dass das Wort eines Dänischen Architekten mehr Gewicht hat, als die Sorgen und Nöte der ortsansässigen Bevölkerung! Auch dort sollte der Autoverkehr verdrängt werden, mit zukünftig nur noch einem Fahrstreifen pro Richtung, weniger Parkplätzen und mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger. Wie kommt es, das für solche Dinge Geld vorhanden ist, obwohl es nicht um Verkehrssicherheit und Gefahrenstellenbeseitigung geht?
Wer die Schönhauser Allee seit Jahrzehnten kennt, so wie ich, der weiß, dass dort beim großen Umbau nach der Wende alles getan wurde, um allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden. Perfekt ist die Situation für keinen Verkehrsteilnehmer, weder für Fußgänger noch für Autofahrer, aber das ist auch nicht erforderlich, es muss einfach nur ausreichend funktionieren.
Inzwischen haben wir 2017, die Gehwege in der Talstraße sind noch immer nicht repariert, an vielen Stellen stehen gefährliche Kanten über, die nicht nur Gehbehinderte und ältere Menschen zu Fall bringen und schwere Verletzungen nach sich ziehen können. Das nördliche Ende der Talstraße verwandelt sich bei Regen noch immer in eine unpassierbare Sumpflandschaft, dort gibt es gar keine Gehwegplatten. Und in den umliegenden Straßen sieht es nicht besser aus. Wieso ist dafür kein Geld da, aber für Frankfurter und Schönhauser Allee?
Beide Schauplätze und das Konzept der autofreien Straße Unter den Linden zeigen deutlich, dass es Ihnen und Ihrer Partei, den Grünen, offenbar nicht um einen funktionierenden Verkehrsfluss geht, sondern darum, Ihren Hass gegen Autos auszutoben. Am besten noch überall 30er Zonen oder gleich das stadtweite Fahrverbot.
Bei solchen ideologisch verblendeten Amokläufen dürfen Sie sich nicht wundern, wenn die Grünen in den bundesweiten Umfragen immer weiter abrutschen, bis – irgendwann einmal – hin zur Bedeutungslosigkeit.
Ich freue mich schon auf diesen Moment!
Ohne besonders freundliche Grüße
Sunlion Sonniglöw‘
