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Uuund tschüsss … EU!

Großbritannien hat gewählt. Und die Kräfte, welche seit Monaten den Austritt des Landes aus der EU blockierten, haben haushoch verloren.
     Sofort läuft die inzwischen obligatorische Medienmaschinerie an, die aggressiv versucht, EU-Gegner zu diffamieren und den Zusammenhalt herbeizuflehen. Was mussten wir uns nach dem ersten Referendum nicht alles anhören? Die Enscheidung der britischen Bevölkerung für einen Ausstieg aus der EU sei nur ein Versehen, die Menschen hätten den Ernst der Lage gar nicht verstanden und seien deshalb nicht zur Abstimmung gegangen.
     Anschließend gab es Demonstrationen für den Verbleib in der EU, Jammern und Wehklagen, die jungen Leute seien die großen Verlierer, wenn es denn zum Austritt käme. Ein zweites Referendum wurde ins Spiel gebracht, ein erneutes Abstimmen, denn die Stimmung habe sich inzwischen für einen Verbleib verändert. Wählen, solange bis es passt. Armselig!
     Gestern nun gab es das gewünschte zweite Referendum, und zwar in Form von Neuwahlen. Eine erneute Abstimmung. Und sie zeigt, dass sich nichts geändert hat. Die Briten wollen mehrheitlich raus. Das kann man schönschreiben wie man will.
     Wie wenig die EU-Befürworter überhaupt begreifen, was sie da von sich geben, zeigt ein aktueller Kommentar in der Berliner Zeitung. Da ist von einem „Ende Großbritanniens“ die Rede: „Wahrscheinlich aber ist, dass Boris Johnson auch das Ende Großbritanniens eingeläutet hat, wie wir es seit Jahrhunderten kennen.“
     Bitte? Geht’s noch? Wie verblödet, vollkommen verpeilt, weltfremd, realitätsfern oder aber kaltschnäuzig und korrupt muss man sein, um so einen Unfug dahinzuschmieren? Das Ende Großbritaniens? Wie wir es seit Jahrhunderten kennen?
     Ist nicht eher das Gegenteil der Fall? Eine Rückkehr zu den alten Traditionen? Hat nicht erst die EU zu einem Verlust an nationaler Identität bei den Mitgliedsländern geführt? Und hat nicht erst der Euro das Unglück über jene Länder gebracht, die traditionell eher locker mit Geld und Steuern umgingen, aber jahrhundertelang gut damit zurechtgekommen sind? Inzwischen gibt es in Griechenland Hunger und Elend, in Italien und Spanien grassiert die Arbeitslosigkeit.
     Die EU ist nach wie vor ein undemokratisches Konstrukt, gebaut auf menschenverachtenden Ideologien, korrupt bis ins Mark, verlogen in seinem ganzen Auftreten und auf wackligen Füßen stehend. Inzwischen prophezeien selbst namhafte Fachleute den finanziellen Zusammenbruch des Euro innerhalb der nächsten zwei Jahre. Und um die undemokratischen Tendenzen zu beweisen, muss man nicht einmal mehr die alternativen, als neue Rechte verrufenen Medien bemühen. Da reicht auch eine vergnügliche Aufklärungsmission durch die Anstalt.