Ich war bei der Armee. Vom 02. Februar 1988 bis zum 27. Juli 1989. Das ist nun schon über dreißig Jahre her, und dennoch haben sich diese beiden Daten in mein Gedächtnis eingebrannt, denn obwohl wir in keinen Krieg geschickt wurden, war es die schlimmste Zeit meines Lebens. Nie zuvor und nie wieder danach habe ich eine solche Ansammlung von Arschlöchern kennenlernen müssen. Wie schlimm muss das dann erst im Krieg sein?
Wer das wissen will, vor allem aber wer glaubt, Soldat sein bedeutet Abenteuer, dem empfehle ich dringend den neuen Film „Cherry – Das Ende aller Unschuld“ anzusehen. Er behandelt das Thema Krieg und besonders das, was danach folgt, mit verstörender Intensität. Und er nimmt hoffentlich allen dummbratzigen Jungspunden, die nichts mit ihrem Leben anzufangen wissen, die Illusion, Soldat sein wäre eine coole, männliche Alternative. Das ist es nämlich nicht.
