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Der berühmtberüchtigte Verfall von Sitte und Anstand

Dieses Land ist verloren! Jetzt fängt auch noch meine Bank an, mich zu duzen! „Ey, Digga, voll krass, Alta, wir schiggen Dir jetzt Deine voll fette neue Kreditkarte zu, weißu?“ Ich fand diese Duzerei schon bei Apple und Ikea unhöflich, anmaßend und distanzlos.
     Dazu war das Schreiben, zeitgeistgerecht, auch noch katastrophal falsch gegendert. Bei „Mitarbeiter*in“ mag das ja noch funktionieren, denn das Wort enthält sowohl die männliche als auch die weibliche Form von Mitarbeiter, nämlich Mitarbeiter und Mitarbeiterin. Aber was bitte ist ein Kund? Die männliche Form von Kunde? Bei diesem Begriff kommt nämlich, wie wir sehen, nichts Gescheites mehr heraus, sobald man das Sternchen einsetzt: Kund*in. Wenn überhaupt, ist hier noch die weibliche Form erkennbar. Männliche Personen werden also ausgeschlossen. So geht Gleichberechtigung im Jahre 2021!
     Mit einem Blutdruck von 176 zu 90 habe ich sofort einen laaangen Beschwerdebrief an den Vorstandsvorsitzenden der Bank geschickt, mit vielen sachdienlichen Hinweisen. Geantwortet hat natürlich seine Pabblick-Riehläischns-Mitarbeiterin, mit den üblichen Floskeln – es sei ja das höfliche „Du“, man wolle alle Geschlechter ansprechen, blabla-blabla. Vielleicht war der Herr Vorstandsvorsitzende ja zu beschäftigt. Mit Geld zählen. Vielleicht sollte er seinen Blick mal von schnödem Mammon und Zeitgeist ab- und den Statistiken zuwenden: Ein Großteil der Bevölkerung ist mit dieser Verunstaltung der Sprache nämlich nicht einverstanden! Welcher kluge Kaufmann, der noch alle Münzen im Safe hat, legt sich denn ohne Not mit einem Großteil seiner Kund#en*_Innen/Eren an?
     Wo kriege ich jetzt ’ne neue Bank her? Vom Baumarkt? Oder im Internet? Mal schauen …

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  1. Pingback:Genugtuung! – Sunlions Sonnenseiten

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