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Prinz Charles – welche Ehre?

Heute in der Berliner Zeitung: „Prinz Charles wird als Tronfolger in Stellung gebracht“. Ich habe den Artikel nicht gelesen, weil mir das unterwürfige Getue um die Monarchie schon immer auf die Socken ging. Aber das zum Beitrag gehörende Bild habe ich mir mal genauer angeschaut. Und Ihr solltet das auch tun. Fällt Euch was auf? Das viele Lametta? Die goldenen Schnüre? Die Würdenkette um den Hals? Die vielen Orden? Die Schulterstücke? Der Mann wurde mit Auszeichnungen geradezu überhäuft, und ich frage mich: Wofür? Er hat in seinem Leben vermutlich noch nicht ein einziges Möbelstück geschreinert. Keine Mauer hochgezogen. Kein Dach gedeckt. Kein Bad gefliest. Keine Tapete geklebt. Keine S-Bahn geführt, um Feiernde nachts nach Hause zu bringen. Keine gebrechlichen, alten Menschen gepflegt. Keine Unfallopfer gerettet. Keine Sterbenden begleitet. Keine Kinder in der Schule unterrichtet. Keine Kunden im Geschäft beraten. Keine Kleidung, keine Lebensmittel, kein einziges Auto im Werk produziert. Keine Waren mit dem Lkw an Supermärkte geliefert, nachts, bei Kälte, Nässe, Stau und schlechter Bezahlung.
     Oder anders formuliert: Der Mann hat noch nichts Nennenswertes in seinem Leben geleistet. Das meiste, was er angestoßen hat, werden wohl andere für ihn erledigt haben. Womit also hat er all die Ehren verdient? Warum darf er in Wohlstand leben, während andere hart arbeitende Menschen kaum über die Runden kommen? Und weshalb sind Monarchien mit dem Privileg ausgestattet, ihre Macht und ihren Einfluss einfach an die Kinder weiterzuvererben, egal ob die überhaupt dazu befähigt sind oder nicht? Warum müssen sie die Krone nicht auch mal an eine andere Familie weiterreichen, die sich wirklich durch herausragende Leistungen zum Wohle des Volkes ausgezeichnet hat? Ist das wirklich gerecht?