Als ich heute früh nach aktuellen Ergebnissen der Wahl in Thüringen suchte, konnte ich wieder mal nur den Kopf schütteln, angesichts des allgegenwärtigen Grundtenors, für die AfD sähe es gar nicht gut aus und der Aufwärtstrend sei gestoppt. Dabei hat die Partei als einzige drastische Zuwächse zu verzeichnen, mehr als acht Prozent, während alle anderen verloren haben. Die lächerlichen 0,1 Prozent plus bei der CDU verschweigen wir wohl lieber diskret.
Besonders auffällig war das Fehlen der normalerweise bei Wahlen üblichen bunten Infografiken, selbst bei der Tagesschau. Vielleicht hätten diese die Realität nur allzu deutlich illustriert. Boris Reitschuster hat das heute in Worte gefasst, wie ich sie nicht besser hätte schreiben können.
Spontan erinnerte mich das Ganze an die Ukraine-Berichterstattung auf N-TV, wo lange Zeit nur Meldungen über russische Verluste und ukrainische Erfolge veröffentlicht wurden, so als stünde der blau-gelbe Endsieg kurz bevor, während der Ukraine allmählich die kampffähigen Soldaten ausgingen.
Woher aber kommt solch ein … Vorbeischreiben an tatsächlichen Ereignissen? Ist das nur ein Mangel an aktuellen Informationen? Oder Verdrängung der Realität? Größenwahn, geleitet vom Wunsch, mit der Macht der Feder den Verlauf der Geschichte beeinflussen zu können, nach dem Motto, man muss nur ganz fest dran glauben? Eine Art fehlgeleiteter Optimismus?
Auf jeden Fall war es dasselbe Geschehen, das die DDR in den Untergang führte, weil von „denen da oben“ keiner mehr wusste, was genau eigentlich los ist. Oder es nicht wissen wollte.
