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Ein grünes Licht geht auf

Pünktlich zu den vorgezogenen Neuwahlen geht den Grünen nun ein Licht auf: Es reicht nicht, gegen rechts kämpfen zu wollen, die Menschen wollen auch besser leben.
     Eine erstaunlich späte Einsicht, so sie denn ehrlich gemeint und keine durchschaubare Wahlkampfstrategie ist. Denn mit einem ausgiebigen Studium der DDR-Geschichte hätte den Grünen das auch schon früher klar werden können. Doch leider haben es manche Politiker nicht so mit Studium.
     Die friedliche Revolution kam, weil wir frei sein wollten, reisen, wohin wir wollen, nicht eingesperrt ein Leben lang. Weil wir konsumieren wollten, aber keine leeren Parolen, sondern Autos, Möbel, Kleidung, modern und attraktiv wie im Intershop, nicht das uralte Opa-Design aus den Sechzigern von Trabant, Hellerau und VEB Jugendmode.
     Und wir wollten frei unsere Meinung sagen, ohne dafür verfolgt zu werden. Dank Netzwerkdurchsetzungsgesetz und Verstößen gegen die Pressefreiheit engt sich die Breite des Sagbaren immer weiter ein, und das obwohl der Öffentlichkeit von staatlicher Seite aus ein starkes Interesse daran vorgegaukelt wird. Schon erstaunlich, dass Pressefreiheit immer nur für die eigene Seite gilt.