Erstaunlich, dass dieselben Themen, die eigentlich längst geklärt waren, von bestimmten Politikern immer wieder hervorgezerrt werden, wie etwa Hartz 4, das inzwischen in Bürgergeld umbenannt wurde. Entweder sollen Bezüge gekürzt oder ganz abgeschafft werden, was vom Bundesverfassungsgericht bereits abgelehnt wurde, oder die Hilfeempfänger sollen zur Arbeit gezwungen werden, was durch das Grundgesetz eingeschränkt ist, nämlich durch den Artikel 12: „Freie Wahl von Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte“, „Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden“ sowie „Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig“. In diesem Zusammenhang häufig vergessen wird auch die Vertragsfreiheit, die es Personen erlaubt, Verträge (und auch Arbeitsverträge gehören dazu) abzuschließen oder eben abzulehnen.
Es würde nicht schaden, wenn Politiker sich so was noch mal genau durchlesen, bevor sie das Maul aufreißen. Auch sollte man seinen Blick mal nach Amerika richten, wo in vielen Städten ganze Straßenzüge von Obdachlosencamps gesäumt sind. Eine Warnung, was passiert, wenn man hilfsbedürftigen Menschen die Unterstützung entzieht.
Außerdem finde ich, eine Gesellschaft, die toleriert, dass wenige Menschen unfassbare Reichtümer anhäufen dürfen, sollte auch großzügig sein, wenn Menschen, weshalb auch immer, nicht mehr für ein eigenes Einkommen sorgen können oder wollen. Die Gründe dafür sind inzwischen vielfältig.
