In der Gedenkstätte in Seelow, unweit der Grenze zu Polen, wurde heute der Schlacht um die Seelower Höhen gedacht. Es war die letzte große Schlacht vor den Toren Berlins, bei der etwa 12.000 deutsche und 33.000 sowjetische Soldaten in nur vier Tagen ihr Leben ließen. Auch andere Nationalitäten kämpften in der Roten Armee, daher waren neben dem russischen Botschafter Sergej Netschajew auch die Botschafter weiterer Nachbarstaaten anwesend.
Das Auswärtige Amt hatte kürzlich in einem Rundschreiben empfohlen, den russischen Botschafter nicht aufs Gelände zu lassen und dafür das Hausrecht zu nutzen, doch die Veranstalter dachten gar nicht daran und bereiteten einen freundlichen Empfang. Zu recht, denn gerade in politisch angespannten Situationen sind Diplomaten die einzigen, denen es vielleicht noch gelingen kann, den bis aufs äußerste gespannten Faden zwischen Nationen vor dem Zerreißen zu bewahren. Und so tat Netschajew, was gute Diplomaten eben tun, schüttelte fleißig Hände, darunter auch meine, und richtete das eine oder andere Wort an die Anwesenden.
Somit sollte die heutige Veranstaltung auch eine Mahnung an die Politik sein, die Situation nicht weiter anzuheizen. Die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs beschäftigen uns auch heute noch, denn noch immer findet man in Seelow und Umgebung Gefallene, für die heute drei weitere Grabsteine eingeweiht wurden. Sorgen wir also dafür, dass nicht weitere Millionen hinzukommen.



































