Da wir gerade beim Thema Donnerbalken waren: Meine geliebte Großtante O. aus S. wohnte zu Lebzeiten im Norden der DDR auf dem flachen Land. Während ich mich sehr gern an Sie als lustige, liebenswerte Dame erinnere, blicke ich auf ihre Bedürfniseinrichtung eher nicht so gern zurück. Sie hatte nämlich ein richtiges Plumpsklo, also einen maroden Holzkasten mit Tür und darin ein Sitzbrett mit Loch, durch welches man seine Hinterlassenschaften drei Meter in die Tiefe schickte. Der Gestank war unbeschreiblich, besonders im Sommer.
Im Grunde genommen sind die heutigen Tiefspülbecken nur eine etwas modernere, geruchsärmere Version der alten Plumpsklos, allerdings mit unangenehmen Nebenwirkungen: Man nimmt Platz, pieselt als erstes und läßt es anschließend plumpsen. Bei den meisten mir bekannten Tiefspülbecken fällt das Geplumpste in das Gepieselte, was nun dazu führt, daß einem das Gepieselte an den Hintern spritzt. Nicht gerade sehr hygienisch, besonders auf öffentlichen Toiletten. Also wer das erfunden hat, hatte offenbar keinen Arsch in der Hose.
Da freue ich mich doch jedes Mal, wenn ich bei meiner Tante C. aus G. aufs Klo gehen darf. Die hat nämlich noch ein originales Flachspülbecken aus der DDR. Das müffelt zwar etwas, aber man kann pieseln und plumpsen wie man will, der Hintern bleibt garantiert trocken.
Es war eben nicht alles schlecht.
