Die im letzten Jahr in den Freitod gegangene Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig hatte das Problem erkannt: Wenn auf Straftaten Jugendlicher nicht sofort eine Bestrafung folgt, lernen sie nichts daraus, sie bekommen stattdessen vermittelt, daß sie nichts Falsches tun und machen dann einfach so weiter, oftmals noch schlimmer als vorher. „«Was guckst du?» wird im Mai 2010 ein 19-Jähriger in Hamburg angeblafft. Kurz darauf ist er tot, erstochen von einem 16-jährigen Intensivtäter.“ schreibt die Berliner Zeitung in einem Artikel über die zunehmende Brutalisierung von jugendlichen Gewalttätern. Erstochen also von einen 16-jährigen „Intensivtäter“. Man fragt sich unweigerlich, wieso der noch draußen rumlief. Und ob denn die Strafverfolgungsbehörden nichts gelernt haben, zum Beispiel aus den Erfolgen von Richterin Heisig.
Offenbar nicht.
