Menü Schließen

Musik mit Esprit 2016

Seit Tagen überlege ich nun schon, ob ich etwas zu der sich immer weiter verschlechternden Sicherheitslage in Deutschland schreibe. Aber was soll’s, das bringt ja nichts, außer, dass ich mich künstlich aufrege.
     Also schreibe ich lieber etwas Erfreuliches, nämlich über meine diesjährige Nominierung des besten Musikers. Auch darüber habe ich schon seit Längerem nachgedacht, in der Auswahl waren Billy Idol für sein Album „Kings & Queens Of The Underground“, in meinen Ohren das beste Album, dass er je herausgebracht hat. Und ein spannendes Buch über sein Leben hat er wohl auch noch geschrieben, das wollte mir der Stoffhase eigentlich mal zukommen lassen. Und überhaupt, ich weiß gar nicht, ob der kleine Stoffhase überhaupt noch existiert. Hallo? Stoffelchen?
     Dann fiel mir noch die Band Carbon Based Lifeforms ein, die ich mittlerweile auch tagtäglich hoch und runter höre, einfach weil deren Musik so herrlich entspannend ist. Doch nachdem ich meinen Kindheitstraum nun endlich wieder reanimieren konnte und vor der Frage stand: Wat nimmste denn dafür nu eijentlich uff Kassette uff? stolperte ich über das Musikprojekt Puremusic des lettischen … oder litauischen … oder estländischen … äh … Musikers … äh … namens …
     Keine Ahnung wie der heißt. Aber er macht großartige Musik, und zwar ausschließlich im Bereich Chillout … oder Downtempo … oder … Ambient? Wer weiß. Während andere Musiker jedoch einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil haben und ihre Musik beim Hören mehr oder weniger einfach zu identifizieren ist, klingt seine Musik … irgendwie … ich weiß auch nicht … total unauffällig. Auch benutzt er ausschließlich hochwertige, angenehm klingende, leichte Sounds, nicht diese billigen vom Techno bekannten Plastiktrompetenklänge. Die Musik ist sehr entspannend, sie ist unaufdringlich, und sobald sich die Kassettenspulen in Bewegung gesetzt haben, schaltet man total ab und klinkt sich aus, aus dieser immer hässlicher werdenden Welt. Mit geradezu hypnotischer Kraft ziehen einen die wunderbaren Klänge in eine ganz eigene Dimension aus Harmonie und unendlicher Weite. Man kommt praktisch erst wieder zu sich, wenn die Kassette zu Ende ist und das Laufwerk sich mit lautem Klicken abschaltet. Auch das kann also ein hervorstechendes Merkmal guter Musik sein: Unaufdringliche Unauffälligkeit. Wem 45 Minuten pro Seite zu kurz sind, der kann sich die bisher erschienenen drei Alben natürlich auch als MP3 hintereinanderweg anhören. Nein – halt, wie ich sehe, hat er gerade gestern erst ein neues Album herausgebracht, Serenades Of The Night, mit gewohnt unauffällig-unaufdringlichem Inhalt.
     Deshalb geht der Titel „Musik mit Esprit“ dieses Jahr an Puremusic. Herzlichen Glückwunsch!