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Nervige Zeitgenossen

Da hatte ich doch im September endlich mal wieder einen Job gefunden, super mit den Öffentlichen zu erreichen, mit anständigem Gehalt, ohne Überstunden und überwiegend netten Kollegen. Aber nein, das Schicksal meinte es auch diesmal wieder nicht gut und setzte mir dazu noch einen tyrannischen Geschäftsführer vor die Nase. Oder sollte ich besser sagen, einen geschäftsführenden Tyrannen. Einen, der ständig antreibt, der Druck macht, selbst wenn Druck gar nichts bewirkt, weil manche Dinge nun mal ihre Zeit brauchen. Einen, der es sich mit wirklich jedem verdirbt, der es gut mit ihm meint, sogar mit seinem eigenen Sohn!
     Dabei müsste er es eigentlich besser wissen, als Arzt, promoviert und habilitiert, Professor mit Weltruf, die Nummer eins auf seinem Gebiet, die Patienten kommen aus der ganzen Welt zu ihm, und selbst in Harvard hatte er schon gelehrt. Da sollten Begriffe wie stressinduzierte Erkrankungen und Burnout-Syndrom für ihn eigentlich keine Unbekannten sein. Dennoch terrorisiert er Mitarbeiter und Dienstleister tagtäglich, während er zu seinen Patienten selbstverständlich nett und mitfühlend ist. Ein erstaunlicher Widerspruch!
     Von so einem Mann könnte man eigentlich erwarten, dass er intelligente Entscheidungen trifft. Nur mal so als Beispiel: Anfang des Jahres wies er einen Mitarbeiter an, den Vertrag mit dem Telefonanbieter zu kündigen, nachdem er mal versehentlich einen Blick auf die Rechnung geworfen hatte. Freilich ohne sich nach einem neuen Anbieter umzusehen. Und so nahm das Verhängnis seinen Lauf. Anfang Oktober standen wir plötzlich ohne Telefonanschluss da. Nachdem die Telekom es auch nach fünf Wochen nicht geschafft hatte, den Anschluss wiederherzustellen, tobte der Tyrann sich per E-Mail aus und beschimpfte die Telekom-Mitarbeiter als Idioten, die sich geschäftsschädigend verhielten. Dabei war er doch eigentlich der geschäftsschädigende Idiot, der den Stein ins Rollen brachte. Dass es beim Umstieg von einem zum anderen Provider immer wieder Probleme gibt, ist ja nicht erst seit gestern bekannt, selbst wenn man es richtig macht und sich erst einen neuen Provider sucht und diesen dann den alten Vertrag kündigen lässt. Jeder Mensch im Land weiß das! Nur er nicht.
     Nun habe ich nach nur vier Monaten die Notbremse gezogen und bin ausgestiegen. Lieber kompostiere ich zu Hause faul auf der Couch herum, als mich tagtäglich von solchen Menschen schikanieren zu lassen. Stattdessen nutze ich die freigewordene Zeit lieber, um mein zweites Buch zu schreiben. Diesmal wird es ein interessantes Kinderbuch, der Titel steht auch schon fest, wird aber noch nicht verraten.
     Das Buch für Erwachsene findet Ihr hier. Und nicht vergessen – es ist ja gleich Weihnachten, so was kann man auch immer gut verschenken!

Ergänzung: Ich glaube, ich werde alt. Ich hatte nämlich schon ganz vergessen, dass ich den ganzen Mist schon mal in annähernd derselben Form veröffentlicht hatte. Aber wenn ich mich nicht mehr daran erinnern kann, könnt Ihr es vielleicht auch nicht, und niemand merkt es.