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Ich habe mich geirrt!

In meinem Reisebericht über den letzten Urlaub in den Vereinigten Arabischen Emiraten schimpfte ich unter anderem über die sich immer mehr verbreitende Billigplastikpop… -mmmusik kann man das eigentlich nicht mehr nennen. Und schon seit vielen, vielen, vielen, vielen, vielen Jahren höre ich auch kein Radio mehr, weil die Mischung aus nervigen Jingles, speedgedopten Dampfplauderern und brüllender Radiowerbung nicht mehr zu ertragen ist. Ein gute alte Freundin – ja, Ines – Du bist gemeint! – empfahl mir Flux FM, dort würden neue, gute Bands vorgestellt, und das stimmte auch. Aber der immergleiche Ablauf von Musik, überflüssigen Beiträgen, die keine Sau interessieren, Werbung, Jingles, Nachrichten und Wetterbericht zur vollen Stunde und dem unvermeidlichen Blitzerservice, ähnelte dem Rest der lokalen Radiosendertrotteltruppe bis aufs i-Tüpfelchen.
     Um so überraschter war ich, als ich am heutigen Sonntagmorgen noch schlaftrunkend und in geistiger Umnachtung versehentlich den Radioknopf meines 38 Jahre alten Lieblingsradiorekorders drückte. Dessen Sendereinstellung befand sich zufällig an einer Stelle, an dem ein neuer Radiosender zu empfangen ist, nämlich Cosmo vom RBB. Und was lief genau in diesem Moment? Man sollte es nicht glauben! Musik! Richtig echte, handgemachte Musik. So mit echten Instrumenten und Stimmen ohne diese neumodisch-nervigen Oktaver-Effekte. Mein Handy hatte ordentlich zu tun, um die ungewohnt angenehmen Klänge zu identifizieren. Und zwischendurch entspannte, unaufgeregte Moderation von echten Moderatoren.
     Eine der spontanen Neuentdeckungen war übrigens der britische Musiker Bibio, dessen 2019er Album gerade in meinem Computer für gute Stimmung sorgt. Ein Album wie aus der guten alten Zeit. Es gibt sie also doch noch, die gute Musik.
     Zum Anfüttern verlinke ich mal den besten Song des Album mit Suchtpotential: