Während die Verleihung des Titels „Frau mit Esprit“ im letzten Jahr ausfallen musste, und zwar nicht wegen Corona, sondern schlicht und ergreifend aus Mangel an geeigneten Kandidatinnen, kommt es dafür in diesem Jahr knüppeldick!
Manchmal liegt Youtube mit seinen Videovorschlägen gar nicht so daneben und bot mir den audiovisuellen Genuss eines fetzigen Musiktitels von Enrique Iglesias dar. Zunächst plätscherte der sommerliche Hit etwas einschmeichelnd in meinen Ohren herum, ohne jedoch großartig zu betören. Bis sie auftrat. Die Göttin!
Zuerst dachte ich – wow! Als Zweites dachte ich – um Gottes Willen, schnell wegschauen! Du bist alt und senil, mit etwas Glück hast du sie in fünf Minuten wieder vergessen! Als nächstes dachte ich – verdammt, zu spät! Sieh ihr bloß nicht in die Augen, sonst wirst du blind! Und bewundere auf keinen Fall ihre hinreißende Figur, die durch ihr tänzerisches Ausdrucksvermögen noch besonders gut zur Geltung kommt, sonst kriegst du ’n Herzkasper.
Danach dachte ich genau genommen gar nichts mehr, sondern betete sie nur noch an. Und genau das ist auch der Grund, warum Musiker ihre Videos mit schönen Mädchen zupflastern. Sie werden immer nur Sekundenbruchteile gezeigt, manchmal steht irgendwer davor, oder man sieht sie nur von hinten, oder rein zufällig rutscht gerade eine Säule ins Bild. Damit wir dranbleiben! Damit wir nicht wegschalten. Damit wir den ganzen Song hören, bis zum Ende, denn nur so kommen wir in Stimmung und kaufen hinterher vielleicht die Platte. Ganz schön raffiniert, was?
Ihr ist das jedenfalls gelungen, denn ich konnte mich weder sattsehen noch satthören. Deshalb geht der Titel „Frau mit Esprit 2020“ dieses Jahr an die göttlich-sinnliche Ana Karla Suarez, deren Schönheit, Anmut und Grazie unmöglich irdischen Ursprungs sein kann.
