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Vorsicht! Corona schädigt auch das Gehirn!

Soeben war ich bei Galeria Kaufdoof am Alexanderplatz. Ich weiß auch nicht, warum, denn meiner Erfahrung nach gibt es dort ausschließlich Billigschund zu hohen Preisen. Was immer ich dort gekauft hatte, musste ich nach geraumer Zeit wegen Defekten wieder zurückbringen: Unterwäsche, Kuscheldecke, T-Shirts, Umhängetasche …
     Aber ich versuchte es trotzdem, denn die Temperaturen steigen, und ich habe nur dicke Winterjacken im Schrank. Eine einzige Jacke erweckte dann auch geringfügiges Interesse, welches beim Blick auf das Preisschild aber sogleich in Ohnmacht fiel. Einhundertneunundsiebzig Euro! Ich schreibe das absichtlich als Wort, damit es auch so monströs aussieht, wie es sich anhört. Einhundertneunundsiebzig Euro für ein dünnes Jäckchen von … wie bitte? Bugatti? Bin ich eine wandelnde Werbesäule für peinliche Automarken oder was?
     Was wollte ich eigentlich?
     Ach so, Corona! Vom Monsterpreis und dem kümmerlichen restlichen Jackenangebot mächtig angefressen, suchte ich nach dem kürzesten Weg, um schnell wieder hinauszukommen. Aber auf jeder Etage waren von acht Rolltreppen vier gesperrt. Nanu, warum das? Ach, wegen Corona. Echt? Wegen Corona? Ja, wegen Corona! Wieso wegen Corona? Tja, keine Ahnung! Denn wenn von acht Rolltreppen die Hälfte gesperrt ist, verdichten sich die Kunden ja auf den geöffneten, sie stehen also dichter zusammen. Und genau das woll’n wa doch eigentlich nich‘, nich? Nich?
     Man könnte meinen, Corona hätte den Verantwortlichen aufs Gehirn geschlagen! Außerdem wurden die Kundenströme noch reglementiert, indem beim Haupteingang von den Wachleuten angeschnauzt wird, wer hinaus will, und am seitlich befindlichen Ausgang, wer hineinwill. „Steht doch groß und deutlich auf den Schildern,“ ranzte der Ausgangswachmann einen Eingänger an.
     Lieber Onkel Kaufdoof! Ich bin die letzten Jahre nicht oft bei Dir zu Besuch gewesen.
     Und das bleibt auch so!