Kurz nach Weihnachten konnte ich diesmal endlich meine ganz persönliche Tradition wiederaufleben lassen und dem Berliner Silvesterchaos entfliehen. Letztes Jahr scheiterte die Reise leider an den überzogenen Corona-Maßnahmen.
Zunächst hatte ich mir Salalah, einen Ort im Oman auserkoren, doch nachdem die Emirate die Corona-Maßnahmen endlich abschafften, entschied ich mich ein zweites Mal für Abu Dhabi, eine Stadt, die wie Dubai auch direkt am Meer liegt, aber deutlich entspannter und erholsamer ist.
Statt langer Texte zeige ich diesmal fast nur Fotos. Wen die lustige Leselust belästigt, kann sich ja meinen Reiseverführer gratis zu Gemüte führen.
Der Flughafen von Doha/Katar ist gigantisch groß und sehr modern, mit vielen technischen Spielereien zum Unterhalten der Fluggäste und einem kleinen Park mit künstlichem Wasserfall für alle, die Entspannung suchen.



Die „Altstadt“ von Abu Dhabi hingegen ist ausgeprochen scheußlich, lauter hohe Betonblöcke, bei den meisten lassen sich die Fenster nicht öffnen, was dazu führt, dass die Zimmer stets ein wenig müffeln. Ich hatte in weiser Vorraussicht eine Suite mit „Balkon“ (eine lächerliche Seitennische mit drei Metern Abstand zum benachbarten Wohnblock) gebucht und konnte daher etwas Durchzug in die Bude bringen, was das Geruchsproblem ein wenig verminderte.
Warum es unbedingt Abu Dhabi sein musste? Eine Stadt hat viele Vorteile, zum Beispiel Supermärkte, weshalb man nicht auf teure Hotelrestaurants angewiesen ist. Außerdem gibt es den langen, fast menschenleeren Strand, und dank nur drei Stunden Zeitunterschied bleibt der Jetlag aus. Wer mir etwas Vergleichbares nennen kann, darf mit gern Bescheid geben, ich bin stets auf der Suche.
















In den Emiraten gibt es für Privatpersonen kein Feuerwerk zu kaufen. Bekanntermaßen auch keinen Alkohol. Entsprechend ruhig und gesittet läuft Silvester hier ab. Trotz voller Strandpromenade, wo die Neugierigen sich kurz vor Mitternacht versammelten, gab es keinerlei Randale.
Wenige Minuten vor dem großen Knall wurde in der Nähe des nachfolgenden Feuerwerks eine große Illumination in den Himmel projiziert, bei der ich nicht sagen kann, wie das technisch umgesetzt wurde. Als die Nationalfahne bunt leuchtend animiert gezeigt wurde, brandete lauter Jubel auf, was mich etwas überraschte. In Deutschland wäre das inzwischen wohl undenkbar.







Vor drei Jahren noch nicht eröffnet, inzwischen aber für die allgemeine Bestaunung freigegeben, ist der Präsidentenpalast, in dem hohe Staatsgäste empfangen werden, aber auch der Nationalrat und das Kabinett tagen. Das Gebäude ist gigantisch, mir ist nichts Vergleichbares bekannt, das so groß und prunkvoll ist. Allein schon der Saal, in welchem der Nationalrat tagt (der große Raum mit den gegenüberstehenden Sofas) ist groß genug, um bequem darin Fußball spielen zu können. Dagegen ist unser betonales Kanzleramt nur ein schauriger Scherz.




































Auch die gewaltige Scheich-Zayed-Moschee habe ich wieder besucht, warum auch nicht? Im Gegensatz zum Präsidentenpalast ist der Eintritt hier kostenlos. Nachdem ich aus lauter Feigheit wieder jede Menge menschliche Motive ungeknipst belassen hatte, traute ich mich hier ein wenig mehr und wurde überraschenderweise nicht gesteinigt.
Der Zutritt wird allerdings streng kontrolliert, im Badeanzug oder bayrisch kurzen Lederhosen braucht man es gar nicht erst versuchen.
Im Gegensatz zu vor drei Jahren muss man inzwischen erst eine lange unterirdische Einkaufsstraße (die typische Mall) durchqueren, bevor man den Eingang zur Moschee erreicht. Ich frage mich, wie sich das noch mit dem Islam vereinbaren lässt.































Das war’s! Ich hoffe, Ihr hattet Spaß.

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