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Gestreifte Freundlichkeit

In Abu Dhabi gibt es etwa alle hundert Meter eine Moschee. Mehr noch gibt es Zebrastreifen, also Fußgängerüberwege, die den nicht fahrenden Verkehrsteilnehmern das Überqueren der sechsspurigen Straßen erleichtern sollen. Erstaunlicherweise und ganz im Gegensatz zu Berlin, wo Fußgänger schon mal um ihr Leben fürchten müssen, geht es in Abu Dhabi nicht nur gesittet, sondern sogar überaus freundlich zu. Manche Autos halten geduldig vor dem Zebrastreifen, selbst wenn die Überquerenden die Fahrbahn längst wieder verlassen haben und neu Hinzukommende noch zehn Meter weit entfernt sind. Und der Fahrer eines vollbepackt heranwankenden Lkws, dem ich großmütig gestikulierend eine Sondervorfahrt einräumen wollte, damit er wegen mir sonnebetanktem, halb gelangweiltem Touri nicht extra bremsen und mühevoll wieder anfahren muss, hätte sich wohl lieber ein Bein ausgerissen, als mir das Vorrecht zum Überqueren der Straße zu nehmen. Stattdessen warfen wir uns einander freundliche Gesten zu und zehrten sicher beide noch den Rest des Tages davon. Eine Sitte, die wir in Berlin eigentlich auch mal einführen könnten.
     Besonders positiv aufgefallen ist mir auch ein Busfahrer, der an seiner Endhaltestelle pausierte und auf meinen neugierigen Blick hin ein freundliches „Hallo, wie geht’s?“ hinüberschmetterte. Auch das könnten wir bei uns mal einführen. Überhaupt kommt es in den Emiraten sehr häufig vor, dass man von Fremden auf der Straße freundlich gegrüßt wird. Grießgrämige Urlauber, wie ich selbst auch einer bin, fallen da schon richtig aus dem Rahmen.
     Zum Ausklang des Tages spendiere ich Euch zwei Stunden klassische arabische Musik.