Ich hatte Mitleid. Boschi, mein alter Kühlschrank, der seit rund dreißig Jahren emsig seiner Arbeit nachging und auch im Sommer, bei über 35°C, nicht schlapp machte, durfte endlich in Rente gehen. Dem Kundendienstmitarbeiter, der sich meinen defekten Geschirrspüler anschaute, fiel mit halbem Ohr bereits am Geräusch des Kühlschranks auf, dass der Kompressor „arg verschlissen“ sei.
In den letzten Wochen wurde das Geräusch immer lauter und gemahnte mich, den alten Herren endlich zu pensionieren, was ich nach einer innigen Umarmung zum Abschied auch schweren Herzens tat.
Der neue Boschi (meine Bosch-Geräte haben alle denselben Spitznamen, außer die Waschmaschine, die heißt Boschuline) ist gut 25 Zentimeter höher als der alte, hat auch zwei Fächer mehr, und dennoch ist das gravierendste Probleme des alten Kühlschranks noch immer nicht verschwunden. Es heißt „Kühlschrank-Schach“ und resultiert aus dem immerwährenden Platzmangel im Inneren des Geräts.
Kennt Ihr das? Ihr wollt etwas neues in den Kühlschrank stellen und müsst dafür erst mal etwas anderes zur Seite stellen, eventuell sogar mehrere Töpfchen, Kännchen, Tässchen oder Becherchen umräumen? Eventuell fliegt sogar was raus, wenn gar kein Platz mehr vorhanden ist. So wie Figuren auf einem Schachbrett umherkommandiert werden. Kühlschrank-Schach eben.
Um für die Teekannen Platz zu schaffen, flogen heute früh die Schokomilch-Vorräte raus. Die sind nämlich homogenisiert und müssen nicht dringend gekühlt werden.
Schachmatt für Schwarz.
Schachmatt für Schoko
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